Am Montag hatten wir eine Matheprüfung, aber diese wurde für eine kurze Zeit unterbrochen, da es eine Notprobe gab. Wir mussten alles liegenlassen, die Fensterladen runterlassen und uns in der Ecke "verstecken". Also ich würde sagen, gäbe es tatsächlich eine Schiesserei, würden wir wohl alle überleben. Vor allem wenn das Klassenzimmer neben uns noch den Ton eines Videos anlässt. Für alle die das nicht verstanden haben, das war Sarkasmus. Am Mittag sass ich mit meinen "neuen" Freundinnen am Tisch. Das ist bereits das zweite Mal, dass ich den Tisch wechsle. Ich hoffe die anderen nehmen mir es nicht übel. Jedenfalls verteilten sie endlich die Cookies, die wir jeweils am Wocheende gebacken und dekoriert haben. Ich bekam einen von einem Mädchen aus FCCLA. Da meine Gastmutter zehn gekauft hat, musste ich holen gehen. Es fühlte sich sehr eigenartig an, mit zehn Cookies herumzulaufen, die zudem noch ziemlich zerbrechlich waren. Einige dachten, ich hätte diese von jemandem bekommen. Einerseits war es amüsant, andererseits war es mir einwenig peinlich. Am Abend schauten wir Bachelor. Am Dienstag war Valentinstag, was eindeutig grössere Bedeutung hier hat, als in der Schweiz. Obwohl es ist für jeden anders hier. Einige mögen es, andere nicht. Jedenfalls besuchten wir den ältesten Sohn und brachten den Kindern Geschenke. Mittwoch war mein 17. Geburtstag! Meine Gasteltern schenkten mir wunderschöne Ohrringe. Leider habe ich aber keine Ohrlöche, aber ich hatte sowieso vor sie stechen zu lassen. Meine Gastmutter bestah darauf, mich zur Schule zu fahren. Lustigerweise bekam sie einen Anruf von der Schule drei Minuten vor Abfahrt, weil sie ein Ersatzlehrerin brauchen. Perfektes Timing würde ich mal sagen. Wir bekommen täglich eine Email mit allen wichtigen Schulterminen, Geburtstag, Lunchmenu usw. Also wussten ziemlich viele von meinem Geburtstag und gratulierten mir. Meine Freundinnen brachten mir Cupcakes, Reese's und Kaffee. Nach der 5. Stunde wollte ich meine Schulsachen in meinen Locker verstauen und siehe da: Auf meinem Locker stand "Happy Birthday"! Ich wusste sofort, dass es meine Gastmutter war. Zusätzlich bekam ich ganz viele SMS von unbekannten Nummern, die mir alles Gute wünschten. Stellt sich heraus, dass meine Telefonnummer auf Facebook postete. Also jetzt wussten definitiv alle, dass ich Geburtstag hatte. In der nächsten Stunde hatte ich "American History" und sie sangen "Happy Birthday" für mich. Awkward moment. Auf dem Nachhauseweg sahen wir einen Adler! Er frass die toten Rehe, die überfahren wurden. Aber meine Gastmutter sagte, sie hätte bis jetzt erst 2 Adler in ihrem ganzen Leben gesehen! Was für ein Zufall! Dann noch an meinem Geburtstag. Am Abend gingen wir nach Fargo und assen in Kobe's, ein japanisches Grillrestaurant. Die Ex-Schwiegermutter kam mit uns mit, was ich einwenig merkwürdig fand. Aber es stellte sich heraus, dass mein Gastbruder und Gastschwester plus ihr Freund mitkamen. Das Restaurant war richtig cool. Wir sassen in einem U und vor uns war ein Grill. Der Koch kam und es gab zuerst eine kleine Show. Er spielte mit seinen Kochsachen herum und warf uns Avocado zu. Danach begann er endlich zu kochen und zur Vorspeise gab es Pilzsuppe, die ich erstaunlicherweise mochte. Ich bestellte Gemüse mit Reis und Nudeln. Es war lecker, aber viel zu viel. Am Ende bekam ich noch fritiertes Glacé mit Schlagsahne, die ich aber nicht mehr fertig essen konnte. Aber der Tag war toll :)
Am Donnerstagmorgen rief ich meine Mutter an, um ihr alles Gute zum Geburtstag zu wünschen. Zusätzlich haben sie endlich die Postkarten erhalten, die ich vor etwa eine Woche gesendet habe. Am Nachmittag hatte ich die zweite praktische Biologieprüfung, die katastrophal war. Alle Knochen sahen genau gleich aus, was uns sehr verwirrt hat. Nach der Schule blieb ich wieder in Ada für ein Basketballspiel. Ada-Borup vs. Crookston. Das Spiel fing erst um sieben Uhr an. Wie letztes Mal fuhren wir herum, assen und sprachen über alles Mögliche. Aufgrund Verlängerungen des vorherigen Spiels, fing das Spiel um 19:30 an. Dieses Spiel war richtig fesselnd. Obwohl ich bereits das letzte Spiel spannend war, war dieses Spiel 1000x spannender. In der ersten Halbzeit führte Crookston, aber in der zweiten Halbzeit holte Ada-Borup in der letzten Minute auf und es war Gleichstand. Also gab es ein vier-minütiges Overtime. Geschrei, Jubel, überall sah man angespannte Gesichter. Sogar nach dem Overtime stand Gleichstand. Nun kam das zweite Overtime. Und Ada-Borup gewann mit einem Vorsprung von drei Punkten!!!
Wocheende
Am Freitag hatte ich keine Schule, da am Montag President's day ist. Also nutzten wir die Gelegenheit aus und gingen am Morgen zum Altersheim, in welchem meine Gastmutter 5 Jahre lang gearbeitet hat. Zuerst sassen wir mit drei Männer an einem Tisch, die alle aus Norwegen stammen. Einer konnte kaum was hören, also kommunizierten wir indem wir auf Papier schrieben. Sie waren super nett und waren sehr sympathisch. Erst nach etwa zehn Minuten merkte ich, dass einem eine Hand fehlte. Und je länger ich dort sass, desto mehr fiel mir auf. Das ständige Zittern, die langsamen Bewegungen dieser Menschen. Ich schaute um mich herum, hinter uns war ein langer Tisch voller Frauen, die 70+ waren. Alle starrten mich an und die Arbeiterin fragte uns jede zweite Minute, ob wir uns nicht zu ihnen sassen. Die Männer, die bei uns sassen, waren zwar physisch nicht mehr in bester Form, aber man sah immer noch Freude in ihren Gesichtern. Aber als wir uns zu den Frauen sassen, schaute ich in ihre Gesichter. Ich bezweifle, dass sie ihr Leben noch geniessen. Es tat mir so leid sie zu sehen. Sie sahen so schwach aus, als wären sie bereits tot. Kein Zeichen von Freude. Einige konnten sich gar nicht mehr bewegen. Etwas, was ich nie vergessen werde, ist der Moment, als wir Kaffee und Cookies bekommen habe und der Mann, der nur eine Hand hat, kein Kaffee wollte, weil sein ständiges Zittern alles ausleeren würde. Das war sehr traurig. Sie fragten mich einige Fragen bis es Zeit für Mittagessen war. Danach gingen wir zu den Wohnungen, die gleich neben dem Altersheim sind. Wir besuchten die 102-jährige Kathleen, die trotz ihres Alters noch sehr fit ist. Ihre Wohnung ist wunderschön. Als ihr Mann noch lebte, sammelten sie antikische, chinesische Vasen, Figuren usw. Sie hat eine richtig dicke Katze, die sie täglich füttert. Aber weil sie die Katze so liebt, hat sie sieben Schüsseln voller Katzenfutter verschiedener Sorten, damit die Katze je nach Lust und Laune essen kann. Sie erzählte generell von ihrem Leben. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich mehr Fragen gestellt. Das Beste am diesem Besuch war jedoch ihre Umarmung am Schluss. Obwohl sie sehr zierlich aussieht, ihre Umarmung ist sehr leidenschaftlich. Danach besuchten wir noch eine andere Frau und schlussendlich fuhren wir zum Büro meines Gastvaters. Wie bereits erwähnt hatte ich ein verlängeretes Wocheende aufgrund des President's Day. Meine Gastmutter schlug vor nach Minneapolis zu fahren, in einem Hotel zu übernachten und am nächsten Tag wieder nach Hause zu fahren. Also machten wir uns auf die Suche nach geeignete Hotels. Nach etwa zwei Stunden fanden wir es und gingen nach Hause. Da wir beide sehr angeschlagen waren, gingen wir ins Bett für einen Powernap. Nach einer Stunde rufte mich meine Gastmutter, denn Uncle Johnny kam zu Besuch und überreichte mir eine Geburtstagskarte. Er blieb für zwei Biere und Nacchos. Er ist mir sehr sympathisch und liebevoll. Danach ging er nach Hause. Nach dem Essen ging ich ins Bett, damit ich für den Trip nach Minneapolis mehr Energie habe.
Am Samstag fuhren wir etwa um zehn Uhr ab. Die erste Stunde fühlte sich an wie eine Ewigkeit, weil es nur kleine Strassen waren. Da wir kein Morgenessen hatten, hielten wir an einer Tankstelle an und neben der Tankstelle gab es ein kleines oldschool Restaurant. Ich bestellte ein Blueberry-Pancake. Die nächsten drei Stunden Fahrt verliefen ziemlich schnell, da wir auf der Autobahn fuhren. Zuerst gingen wir zum Hotel, checkten in und lagerten unsere Koffer. Da mein Gastvater einwenig müde war, da er etwa zwei Stunden gefahren ist, gingen meine Gastmutter und ich zuerst in den World Market. Die Sachen dort gefielen mir sehr, aber es wäre gar nicht möglich für mich, die Sachen nach Hause zu bringen. Es waren vor allem Dekorationen und Nahrungsmittel. Aber meine Gastmutter fand endlich ihr Lieblingsgewürz aus Kroatien. Danach holten wir meinen Gastvater ab machten wir uns auf den Weg zum grössten Einkaufszentrum der USA, Mall of America. Als Erstes gingen wir durch den Nickelodeon Park und bewunderten die Achterbahnen. Leider gingen wir auf keine, aber dafür gingen wir zu FlyOverAmerica. Wir warteten etwa 30 Minuten und das 4D Video dauerte etwa 10Minuten, aber es war richtig toll. Man flog durch viele Attraktionen und man roch den Geruch, man spürte den Wind und die Musik machte alles noch aufregender. Eigentlich traurig, wie leicht man den Körper eines Menschen täuschen kann. Aber es war richtig cool. Danach gingen wir in einen Minnesota Souvenir Shop und ich kaufte zwei "I love MN" Pullover und zwei Tassen. Danach gingen wir in den Claire's und ich kaufte Perlenohrringe. Sehr aufregender Moment, da ich seit Jahren keine Ohrringe mehr getragen habe. Es fühlte sich merkwürdig an, aber irgendwie sehe ich reifer aus mit Ohrringen. Glaubt mir oder auch nicht, aber es gibt Menschen, die im Mall of America heiraten. Wir fanden eine kleine Kappelle, in denen Menschen wirklich heiraten. Die Verkäufer erzählte uns sogar, dass ziemlich viele dort heiraten. Etwa zehn Hochzeiten pro Woche! Ich kann es kaum glauben! Nachdem wollte mein Gastvater in eine Bar und trank ein Glass Bier. Nachdem, liefen wir herum und suchten was zum Abendessen. Wir teilten uns auf, da es zu viele Möglichkeiten gab und wir alle etwas Anderes wollten. Mein Gastvater und ich entschieden uns für ein Falafeldöner und meine Gastmutter entschied sich für Chinesisch. Obwohl wir nur etwa 1/8 des ganzen Einkaufszentrum sahen, machten wir uns auf dem Weg nach Hause, denn in einer halben Stunde würde das Einkaufszentrum schliessen. Aber ich schätze die Arbeiter müssen täglich Überstunden machen, da das Parkhaus noch voll war, als wir zum Hotel fuhren. Im Hotel wollten wir zum Pool gehen, aber der Pool war voller kreischenden Kinder. Also würden wir am Sonntagmorgen schwimmen gehen. Meine Gasteltern gingen zur Bar im Hotel und ich blieb im Zimmer und las mein Buch. Nach etwa einer Stunde kamen sie zurück und wir gingen schlafen
Am nächsten Tag gingen wir in den Whirlpool und entspannten uns. Danach packten wir unsere Sachen ein und checkten out. Wir stiegen ins Auto ein und fuhren herum, damit sie mir Downtown Minneapolis zeigen konnten. Meine Gastmutter fragte mich vor etwa einer Woche, ob ich mir vorstellen könnte in Amerika zu wohnen. Zu der Zeit war ich überzeugt, dass meine Antwort fürimmer "nein" bleiben würde. Aber als ich die Stadt gesehen hatte, war ich mir nicht mehr so sicher. Ich könnte nie in einem Dorf wohnen, das ist sicher. Aber eine Grossstadt wie beispielsweise Minneapolis, klingt ziemlich gut (sofern ich es mir natürlich leisten kann, man darf ja träumen). Auf dem Nachhauseweg stoppten wir an vier Orten. Als erstes stoppten wir bei einem Restaurant, in welchem wir Brunch assen. Es erinnerte mich an Hawaii. Die Dekorationen, die Bar und das Essen. Für mich gab es Gemüse mit Käse und für meine Gasteltern gab es Pizza. Danach fuhren wir weiter bis wir in einem Laden namens Cabela. Eigentlich ist der Laden mehrheitlich für Jäger/Fischer gedacht, aber es gab sehr viele ausgestopfte Tiere. Zudem gab es ein Aquarium mit Fischen. Danach fuhren wir weiter nach Detroit Lakes, um das Innere des Campers anzuschauen. Schwimmen, Strand, Feuerlager, Grillieren, S'mores. Ich freue mich jetzt schon auf die Sommerzeit, wenn wir endlich den Camper nutzen können! Nicht allzuweit entfernt war Walmart, in dem wir unsere Lebensmitteleinkauf machten bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten
.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen