Freitag, 20. Januar, 12:15.
Abflug
Die Gefühle, die in mir steckten, sind unbeschreiblich. Eine Art Mischung aus Fröhlichkeit, Traurigkeit, Nervosität, Unsicherheit wie auch Begeisterung. Die Fahrt zum Flughafen, war definitiv nicht angenehm. Alles war still. Mein Kopf hingegen, war voller Gedanken. Wie wird das Umsteigen in Chicago? Wie begrüsse ich meine Gastfamilie? Was, wenn der Flug sich verspätet?
Aber eine Frage beschäftigte mich am meisten: Was mache ich nur ohne meine Familie? Schaffe ich das überhaupt?
Der Abschied fiel mir ganz und gar nicht leicht. Meine Eltern, meine ältere Schwester und meine Freundin begleiteten mich zum Flughafen in Zürich. Am Automaten konnte ich einchecken und meinen Sitz für den Flug aussuchen. Nach der Koffer-Abgabe, war die Stimmung erst richtig angespannt. Wir alle wussten, was als Nächstes kommen würde. Erst in solchen Momenten, realisiert man, wie sehr man von seiner Familie abhängt. Erst dann realisiert man, dass die Familie wichtiger ist, als man denkt. Einige Tränen flossen.Trotzdem bereue ich es nicht. Denn ohne diesen Austausch, hätte ich dies wohl nie wahrgenommen.
Flug
Nach den Sicherheitskontrollen, war es dann soweit. Ich war komplett auf mich alleine gestellt. Ganz alleine im Swiss-Flugzeug nach Chicago. Umgeben von Wolken. Ich bin noch nie alleine geflogen. Ich würde lügen, wenn ich sage würde, dass ich nicht verängstigt war. Es gab kein Zurück mehr. Nur noch zehn Stunden bis ich in Chicago landen würde. Ich konnte jedoch nicht einschlafen, da das Flugzeug um zwölf Uhr mittags startete. Aber gleichzeitig war ich zu müde, um Filme zu schauen. Also blieb ich die ganzen zehn Stunden halb-wach und wartete geduldig auf das Essen. Es gab ein grösseren Snack und eine Mahlzeit (wurde vom Hiltl Restaurant vorbereitet) und zwischendurch boten sie immer wieder etwas zu Trinken an. Der Snack gefiel mir besonders, es gab einen indischen Hot Wrap.
Zudem geschah etwas Aufregendes. Zumindest für mich war es eine grosse Überraschung. Da in Davos das Wirtschaftsforum erst gerade vor Kurzem stattfand, befanden sich einige Senatoren auf dem gleichen Flugzeug. Leider habe ich sie nicht gesehen, aber ich würde sie sowieso nicht erkennen. Nur die Tatsache, dass sie dort waren, macht es irgendwie aufregend.
Nicht zu vergessen ist: Donald Trump wurde an diesem Tag offiziell Präsident.
(Ob das gut ist oder schlecht, soll jeder für sich entscheiden)
Umsteigen in Chicago
Nach zehn Stunden bin ich endlich in Chicago angekommen. Alleine, verwirrt und verunsichert. Aber eigentlich war es gar nicht schlimm. Man sollte einfach immer fragen, wenn man nicht weiss, wohin man gehen muss. Obwohl die Zöllner oder Polizisten nicht wirklich nett sind, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Meine Wartezeit dauerte etwa 3.5 Stunden. Ein Tipp: Nimmt zur Sicherheit eine SIM-Karte mit, denn ohne die SIM-Karte kann es sein, dass das WLAN am Flughafen nicht funktioniert. Aber das gratis WLAN dauerte sowieso nur 30 Minuten. Währendessen habe ich meine Familie und meine Gastfamilie angerufen. Die anderen drei Stunden waren ziemlich langweilig.
Das Flugzeug nach Fargo war sehr klein. Es gab genau drei Sitze pro Reihe und insgesamt gab es etwa 16 Reihen. Ehrlich gesagt, sah das Flugzeug ein wenig unsicher und veraltet aus. Das Flugzeug flog um 19:00 ab, d.h. zwei Uhr morgens in der Schweiz. Deshalb schlief ich auch den ganzen Flug durch.
Ankunft
Um 21:00 war es dann soweit. Die Nervosität stieg. Der Flughafen in Fargo ist sehr klein. Nach nur zwanzig Meter sah ich bereits meine Gastfamilie mit einem "Welcome Beverly"- Plakat. Ich freute mich sehr. Nur wäre es schön gewesen, hätte ich mich noch ein wenig aufpeppen können, da ich ja die ganze Zeit geschlafen habe. Nichtsdestotrotz war ich glücklich. Auf der Fahrt Nachhause, übermannt mich die Müdigkeit und Nervosität. Soll ich was sagen oder einfach nur still bleiben? Über was soll ich reden? Aber zum Glück, waren meine Gasteltern sehr verständnisvoll und sagten, ich solle mich ausruhen und für den Rest, gäbe es genug Zeit.

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