Flug

Montag, 27. März 2017

Woche #9

Genau vor zwei Monaten flog ich hierher. Obwohl ich das Gefühl habe, nicht viel sei in dieser Zeit passiert, ist mir bewusst, dass das wahrscheinlich nicht wahr ist. Zwei Monaten lang habe ich nicht mit meiner Familie von Angesicht zu Angesicht geredet. Ich vermisse sie sehr, aber ich vermeide daran zu denken, da ich eine möglichst schöne Zeit hier habe.


Schulwoche #9 

Am Montag hatte ich zum ersten Mal ein richtiges Softballtraining. Ich war sehr verunsichert, aber im Allgemeinen gefiel es mir. Was mich sehr nervt, ist die ständige Suche nach jemanden, der mich nach Hause fahren kann. Da ich jeden Tag nach der Schule Training habe, kann ich nicht mit dem Bus nach Hause fahren. Und meine Gasteltern sind auch manchmal beschäftigt. Heute beispielsweise musste eine Freundin aus dem Altersheim mich nach Hause fahren, weil meine Gasteltern an einer Beerdigung waren. Jedenfalls war ich froh, dass ich nicht die einzige war, die noch nie Softball gespielt hat. Ich lernte drei andere Mädchen kennen, die keine Erfahrungen haben. Dank ihnen fühlte ich mich nicht mehr so ausgeschlossen. Zu Hause machte ich mir Nudeln und schaute Netflix. Am Dienstag musste meine Gastmutter wieder an eine Beerdigung. Nach dem Softballtraining holten mich wieder die Freundin aus dem Altersheim ab und brachte mich nach Hause. Überraschenderweise sah ich mein Gastvater in der Küche. Am kochen. Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, dass ich diejenige sein werde, die kochen würde. Aber mein Gastvater bereitete seine Spezialität zu: Mac and Cheese aus der Box. Obwohl es sehr einfach ist, bin ich froh, dass er sich überhäupt die Mühe gibt, etwas zu kochen. Danach ging mein Gastvater zu einer Konferenz über das Schulproblem im Nachbarsdorf. Da praktisch jedes Elternpaar dorthin geht, fragte mich meine Gastcousine, ob ich wieder auf ihren Sohn aufpassen könne. Also holte sie mich um 19:30 ab und wir spielten einige Spiele bis er ins Bett musste. Meine Gastmutter holte mich dann um 21:45 ab. Zu Hause erledigte ich meine Hausaufgaben und ging ins Bett. Meine Gastmutter hatte Geburtstag am Mittwoch. Nach dem Softballtraining holten mich meine Gasteltern ab und wir fuhren direkt nach Fargo, um im Restaurant "Olive Garden" zu essen.


Wochenende
Nachdem wir nach Hause kamen, musste ich meine Koffer für die Reise mit FCCLA nach Bloomington. Der Chef der Bank in meinem Dorf übernahm die Kosten für die Reise, da er von meinen Problemen mit meiner Debitkarte wusste. Ich war sehr überrascht und fühlte mich sehr geehrt, als ich davon gehört habe. Am Donnerstag ging es dann los. Meine Gastmutter fuhr mich um sieben Uhr morgens zur Schule und es dauerte etwa fünf Stunden mit dem Schulbus bis wir ankamen. Zum Glück sagte ein Mädchen ab, sodass meine Freundin ihren Platz übernehmen konnte, denn andernfalls hätte ich wohl niemanden richtig gekannt. Wir waren die einzigen dort, die keinen "Star-Event" vorbereitet hatten. Also fühlten wir uns ein wenig nutzlos und am falschen Ort, aber wir geniessten unsere Zeit gemeinsam. Wir teilten ein Zimmer im Doubletree Hotel mit zwei andere Mädchen, die aber am Freitag für ein anderes Fest irgendwo hinfahren mussten, sodass wir das Zimmer für uns hatten. Wir assen Mittag, machten uns bequem in unserem Zimmer und verpassten sogar das erste (freiwillige) FCCLA-Meeting. Um 4:30 nachmittags gab es ein weiteres FCCLA-Meeting, das jedoch obligatorisch ist. Anfangs war es relativ spannend, aber mit der Zeit verlor ich die Konzentration und hörte nicht mehr zu. Zudem hatten wir alle riesigen Hunger, da es bereits sechs Uhr Abends war. Nach dem Meeting bestellten wir uns eine Pizza-Box von Pizza Hut. Als unsere Bestellung endlich ankam, hatten wir etwa zehn Minuten Zeit bis zum nächsten regionale Meeting. Also beeilten wir uns, fingen mit dem Essen an und gingen zum Meeting. Meiner Meinung nach, war es reine Zeitverschwendung. Es war ziemlich langweilig und die Repräsentanten unserer Region waren nicht sehr professionell. Nachdem wir unsere Breadsticks, Pizza und Zimtstangen assen, zogen wir unsere Schwimmkleider an und entspannten uns im Whirlpool. Um elf Uhr machten wir uns auf den Weg zurück in unser Zimmer, da die Nachtruhe um 11:30 war. Unsere Zimmergenossinnen schliefen sofort ein, während meine Freundin und ich immer wieder einen Grund fanden, nicht zu schlafen. Am nächsten Morgen mussten wir uns bereit machen für ein weiteres Meeting. Nach dem Meeting mussten alle ihre Star-Events präsentieren. Da wir sowieso nichts zu tun hatten, meldeten wir uns im Voraus für Water-Aerobics an, welches kurz nach dem Meeting stattfand. Es dauerte etwa 30 Minuten und war ganz und gar nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es war sehr einfach und wir bewegten uns kaum. Jedenfalls gingen wir später in den Whirlpool bis unsere Lehrerin uns eine SMS schickte und uns bekannt gab, dass wir später ins Einkaufzentrum gehen würden. Wir dachten, dass sie damit Mall of America meinte, aber wir lagen falsch. Wir gingen in ein Einkaufszentrum in Edina. Es war ziemlich klein und mit der Zeit wurde es langweilig. Überdies hatten wir Hunger, aber da wir alle gemeinsam in Cheesecake Factory essen würden, mussten wir bis um vier Uhr nachmittags warten. Ich kaufte nur einige Postkarten, aber meine Freundin kaufte wunderschöne Michael Kors-Sonnenbrillen. Nach langem Warten war es endlich Zeit für unser Essen. Das Restaurant war ziemlich teuer. Ich bestellte einen Falafel-Salat, der verglichen zum Preis nur durchschnittlich war. Vor allem war er geschmacklos, bevor ich nach Ranch-Dressing gefragt habe. Wie der Name sagt, ist das Restaurant bekannt für seinen Cheesecake. Leider war ich jedoch zu voll, um einen Cheesecake zu bestellen und im Hotel gab es leider keinen Kühlschrank, um den Kuchen zu lagern. Aber meine Freundin bestellten einen Sundae + Kuchen und da sie nur die Hälfte des Kuchens mochte, gab sie mir den Rest. Obwohl das Essen nur durchschnittlich war, der Kuchen war unbeschreiblich gut. Er hatte der perfekte Geschmack und die perfekte Konsistenz. Ich kann mich nicht an keinen besseren Kuchen erinnern. Danach fuhren wir zurück zum Hotel für ein weiteres Meeting.Für dieses Meeting mussten wir uns schick ankleiden, da es die Nacht der Awards war. Auch fand eine Dance-Party danach statt. Eine ehemalige Kandidatin von The Voice trat auf, Kat Perkins. Sie erzählte von ihren Träumen, die schlussendlich wahr wurden und sang uns auch ihre neue Single vor. Obwohl ich sie nicht kannte, war das ziemlich cool. Nach dem Meeting wollte unsere Leiterin Fotos machen. Meine Freundin und ich hatten überhaupt keine Lust auf die Dance-Party. Stattdessen gingen wir zum Whirlpool, da wir dachten, dass zu jener Zeit alle bei der Party wären und der Whirlpool leer wäre. Der Pool war zwar nicht so voll wie normalerweise, aber es gab einige, die wohl die gleiche Idee hatten. Unsere Ex-Zimmergenossinnen verliessen das Zimmer, als wir im Einkaufszentrum waren. Meine Freundin und ich waren sehr glücklich, dass wir endlich unser eigenes Bett bekamen. Der grösste Grund dafür war die Tatsache, dass sie in der vorherigen Nacht die ganze Decke zu sich nahm und ich am frieren war. Am nächsten Morgen mussten wir um sieben Uhr aufstehen, unsere Koffer packen & zum Bus bringen, und uns das letzte, zweistündiges Meeting anhören. Da es uns mit der Zeit zu langweilig war und wir Hunger hatten, gingen wir raus und assen Frühstück im Starbucks, welches sich im Hotel befindet. Nach dem das Meeting zu Ende war, gingen wir zum Bus und mussten auf gewisse Menschen warten. Ich war ein wenig genervt, da ich eigentlich um sechs Uhr babysitten müsste aufgrund des riesigen Steak Dinner in meinem Dorf. Wir kamen um 18:30 in Ada an und meine Gasteltern brachten mich nach Hause. Das Babysitten wurde aber kurz bevor ich ging abgesagt, was mich einerseits ein wenig genervt hat und andererseits war ich froh, da ich meine Sachen in Ruhe auspacken konnte.



Samstag, 25. März 2017

Woche #8

Schulwoche #8
Diese Schulwoche ist um einiges kürzer als normalerweise. Am Donnerstag findet das Basketballspiel der Mädchen in Minneapolis statt und weil sie auf möglichst viele Fans hoffen, haben wir am Donnerstag wie auch am Freitag frei. 
Am Montag fing die Softballsaison an. Obwohl die Basketballsaison aufgrund des Spieles am Donnerstag noch nicht zu Ende ist, wurde uns mitgeteilt, dass wir trotzdem freiwillig trainieren können. Also zogen wir uns nach der Schule um und machten uns bereit. Aber wir hatten keine Turnhalle, in der wir trainieren konnten. Sie sagte uns, wir könnten einfach im Schulhaus rennen, aber alle gingen nach Hause. Also zog ich mich wieder um und rief meine Gastmutter an, die mich dann nach Hause brachte. Als wir nach Hause kamen kochte ich Nudeln und machte Salat und nach dem Essen schauten wir die letzte Folge von Bachelor. Am Dienstag hatten wir wieder ein freiwilliges Training. Dieses Mal konnten wir in der Turnhalle der Primarschule üben. Die meisten spielten bereits seit Jahren Softball, für mich aber, war alles neu. Das machte mich ein wenig nervös und verunsichert. Wir übten vor allem Fangen und Schlagen mit dem Schläger. Es sieht zwar leicht aus, ist es aber nicht. Vor allem nicht, wenn alle anderen es können, du aber nicht. Obwohl es mir nicht unbedingt Spass gemacht hat, möchte ich es trotzdem weiterhin probieren. Ich denke und hoffe, dass es mit der Zeit mehr Spass machen wird. Nach def Schule fuhr mich meine Gastmutter nach Hause und wir putzten das Haus. Jetzt verstehe ich, weshalb meine Mutter keine Haustiere möchte. Es ist sehr viel Arbeit. Bogey verliert sehr viel Fell und alles landet auf dem Sofa, Teppich oder Boden. Wir versuchten so gut wie möglich alles zu entfernen. Am Abend installierten wir endlich das Gerät für Netflix und wir schauten eine Fernsehserie namens Grace and Frankie. Um zehn Uhr ging ich dann schlafen, aber meine Gastmutter blieb wach, da sie meinen Gastvater vom Flughafen abholen musste. Am Mittwoch gab es wieder ein Pep Fest in der ersten Schulstunde. Dasmal gefiel es mir einwenig mehr, aber mit der Zeit ist es einfach langweilig. Wir hatten bereits um zwei Uhr frei, da die Lehrer noch ein Treffen hatten. Da meine Gasteltern gerade in Ada waren, brachten sie mich nach Hause. Nachdem wir nach Hause kamen, gingen meine Gasteltern ins Büro, während ich Gossip Girl schauten. Als sie zurück kamen, hatten sie ein Karton voller Briefumschläge. Für alle, die meinen Gastvater noch nicht bezahlt haben, haben wir nochmals die Rechnung ausgedruckt. Das war sehr mühsam und es dauerte etwa drei Stunden. Für jeden Kunden gab es ein Statement, Invoice und den Zeitungsausschnitt mit ihrer Werbung. 

Wochenende
Am Donnerstag hatte ich keine Schule und wollte mit meinen Freunden nach Fargo gehen. Bevor wir aber dorthin fuhren, wollte ich Geld mit meiner Bankkarte holen. Das war das erste Mal, als ich meine Bankkarte benutzt habe. Ich ging zur Bank im Dorf. Da es eine sehr kleine Bank ist, war ich nicht sicher, ob es funktionieren würde. Aber der Automat zeigte etwas ganz Komisches an, was mich sehr verwirrt hatte. Ich ging zur Angestellte, die alles versucht hat, aber keinen Erfolg hatte. Ich rufte die Hotline an und diese sagten mir, ich solle zu einer grösseren Bank gehen. Also ging ich nach Fargo und wir versuchten es etwa bei sechs Banken, die mir alle nicht weiterhelfen konnten. Also beschloss ich meine Eltern am nächsten Tag anzurufen und den Rest des Tages einfach zu geniessen. Wir assen mexikanisch im "Paradiso", probierten wunderschöne Prom Dresses an und am Abend assen wir noch im McDonalds. Obwohl der Tag sehr deprimierend und frustrierend war, war ich froh, dass meine Freunde mich aufmuntern konnten. Ich kam etwa um neun Uhr nach Hause, schaute ein wenig fern und ging danach schlafen. Am Freitag stand ich um sechs Uhr morgens auf, damit ich mit meinen Eltern und meiner Bank telefonieren konnte. Das Telefonat mit meiner Bank war aber ziemlich nutzlos. Sie konnten nur meine Karte generell freischalten und nicht nur temporär, was aber kein Unterschied macht. Ich sei ein Speziallfall und es sei ihnen noch nie passiert, obwohl schon viele Menschen in die USA gereist sind mit dieser Karte. Das alles war sehr frustrierend, aber meine Mutter beruhigte mich. Ich war zu nachdenklich, um etwas Produktives zu machen. Also schaute ich den ganzen Tag fern und las mein Buch. Um vier Uhr nachmittags kamen meine Gasteltern nach Hause, wir packten unsere Sachen ein und machten uns auf den Weg nach Crosslake. Meine Gastmutter kennt eine Freundin, die dort wohnt. Meine Gastmutter wie auch die Freundin haben nächste Woche Geburtstag. Wir konnten also umsonst bei ihnen übernachten und zusätzlich noch ihre Geburtstage gemeinsam feiern. Wir kamen etwa um sieben Uhr an und assen "Garbage" Pizza in einem Restaurant. Die Garbage Pizza war mit allem Mögliche belegt (ausser Fleisch für mich) und war die beste Pizza, die ich bis jetzt in der USA hatte. Danach gingen wir zu ihnen nach Hause und übernachten bei ihnen. Am Samstag gab es eine grosse St. Patrick's Day Parade in Cross Lake. Ich erwachte um sechs Uhr morgens, da die Kinder der Freundin bereits sehr laut waren. Da niemand in der Familie Kaffee trinkt, holten wir uns Kaffee in einer Tankstelle. Wir gingen zurück nach Hause, assen French Toast und der Sohn der Freundin zeigte mir ein "Jagdauto". Danach machten wir uns bereit und fuhren los. Wir assen Nachos in einer sehr gefüllten Bar und danach machten wir uns auf den Weg zur Parade. Wir mussten etwa eine Stunde in der Kälte warten. Zum Glück gab es eine Feuerstelle, bei der wir uns aufwärmen konnten. Die Parade war ganz cool, aber die in Fargo gefiel mir mehr. Obwohl die Parade in Cross Lake länger dauerte und das Wetter besser war, war die Stimmung in Fargo besser. Auch fehlte mir Musik in Cross Lake. Nach der Parade fuhren wir zu einer Karaoke Bar. Die Bar war zwar sehr voll, aber ich wollte umbedingt meinen Gastvater singen hören. Ich kannte das Lied nicht, trotzdem fand ich es richtig cool. Ich glaube, das war das Highlight des Tages. Nach seinem Lied fuhren wie zu einer Bar und ich ass Mozzarella Sticks mit einem Salat. Ich spielte mit den Kindern, während meine Gasteltern erfolglos Lose kauften. Die Tochter der Freundin und Ihr Freund brachte uns (die Kinder) nach Hause und wir spielten Monopoly. Am Sonntag wachte ich wieder etwa um sechs Ihr auf, da die Kinder sehr laut waren. Wir schauten fern und ihre Mutter machte Pancakes. Meine Gastmutter wollte möglichst früh nach Hause gehen und während der Fahrt irgendwo frühstücken. Also machten wir uns auf den Weg nach Hause, assen Frühstück in einem Café und erreichten unser Ziel nach etwa drei Stunden. Wir blieben etwa 30 Minuten zu Hause, weil mein Gastvater ins Spital musste und ich Kleider für die Reise nach Bloomington brauchte. Wir gingen in Herberger's und kauften richtig schicke Kleider. Meine Gastmutter hatte Coupons zum Geburtstag bekommen und bei jedem Einkauf von $50 wurden $20 abgezogen. Total war die Summe etwa $180, aber wir ersparten uns durch alle Sales und Coupons etwa $250, was uns sehr freute. Mein Gastvater holte uns ab, assen in einem kleinen Restaurant und gingen nach Hause.

Montag, 13. März 2017

Woche #7

Schulwoche #7 
Am Montag war der letzter Tag, an welchem meine Gastmutter in der Schule aushalf. Von 15:30 bis 19:00 gab es eine Elternkonferenz, d.h.: Man konnte zu dieser Zeit zur Schule gehen und mit den Lehrern ein Gespräch führen. Meine Gastmutter freute sich sehr über meine Noten und postete es sogar auf Facebook, was mir eigentlich nicht wirklich gefällt. Ich mag es nicht, wenn man über meine Noten prahlt...
Als wir nach Hause kamen, trainierten meine Gastmutter und ich mit einer Workout-DVD, die sie bestellt hatte bevor ich in Minnesota ankam. Es war definitiv nicht einfach, vor allem weil ich schon seit einem Monat nicht mehr Sport trieb, aber ich konnte es nicht wirklich ernst nehmen. In der Mitte machte eine top-motivierte Trainerin alles vor und auf der linken Seite machte eine nichtallzu-motivierte Frau die einfachere Version vor. Wäre ich im Video, wäre ich definitiv diese Frau. Am Abend lief  eine Stunde Bachelor und gleich danach lief eine Show, in der alle Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen und Gefühlen erzählt haben, Fragen gestellt haben und miteinander gestritten haben. Das war richtig lustig. Am Dienstag war es sehr windig. In Fargo gab es sogar einen Schneesturm und in Minneapolis einen Tornado. Ich dachte sogar, dass ich aufgrund des Wetters keine Schule hätte. Naja, Pech ghabt. Ich fuhr mit den Schulbus zur Schule und wieder zurück. Zu Hause machte ich meine Hausaufgaben und nach dem Training mit der DVD fuhren wir nach Ada und assen in einer Bar. Für mich gab es Mac n'Cheese- Sticks. Danach gingen wir wieder zurück und ich machte mich wieder an meinen Hausaufgaben. Am Mittwoch waren meine Gastmutter und ich alleine zu Hause, denn es war der letzter Abend bevor mein Gastvater und -bruder sich auf den Weg nach Kalifornien machen. Wir trainierten wieder, kochten Rühreier mit Gemüse und schauten fern. Am Donnerstagmorgen ging es dann los. Ich merkte sofort, dass mein Gastbruder sehr nervös war. Es erinnerte mich an meinen Abflug. Ich hoffe, dass er erfolgreich sein wird und dass ich irgendwann seinen Namen am Ende eines Films lesen werde. In der Schule gab es ein Fotoshooting für jede Schulgruppe, also auch für FCCLA. Ich bekam ein T-shirt von der Lehrerin und die Fotografin schoss genau drei Fotos. Nach der Schule wartete ich auf meine Gastmutter, die den ganzen Tag gefahren ist, um die neue Zeitung zu verteilen. Als sie nach Hause kam, erzählte sie mir, dass mein Gastvater eine Busse in South Dakota bekommen hat, weil er zu schnell gefahren ist. Danach machten wir uns auf den Weg nach Fargo, da wir mit den Freundinnen meiner Gastmutter im Restaurant, Mango's, essen wollten. Zuerst mussten wir aber für fünf Minuten mit der Local Rep sprechen. Sie fragte mich wie es mir ginge und das war alles. Dann konnten wir endlich essen. Ich bestellte Potato Burritos, die richtig gut waren. 

Wochenende
Am Freitag gab es ein Pep Fest in der letzten Schulstunde. Das Basketballteam und die Coaches wurden geehrt. Ich merkte, dass Amerikaner sehr patriotisch und stolz sind. Ich blieb mit Freundinnen in der Schule, da es ein wichtiges Basketballspiel für das Frauenteam  gab. Wir fuhren nach Moorhead und holten uns Caribou-Kaffee und Essen. Danach gingen wir zum College, kauften Tickets und schauten uns das Spiel an. Das Spiel war sehr spannend, denn für eine lange Zeit war Gleichstand. Wenn unser Team ein Korb schoss, holte das andere Team gleich wieder auf. Schlussendlich gewannen wir und das Mädchenteam wird nächste Woche nach Minneapolis fahren und dort ein das wichtige Spiel des Jahres spielen. Am Samstag war St. Patrick's day parade! Leider wurde vieles abgesagt, da es kälter als -11° war. Um 11 Uhr fuhren wir los und trafen die Schwester und Nichte meiner Gastmutter in einer Pizzeria. Sie wirkten beide sehr desinteressiert und es kam mir so vor, als wären sie nur gekommen, weil meine Gastmutter die Unterlagen ihrer Steuern brauchte und weil es Pizza gab. Zusätzlich kam noch eine Freundin. Wir assen die unglaublich feine, dünne Pizza. Weil die Schwester ihre Unterlagen vergass, ging sie zurück nach Hause und verpasste (wahrscheinlich mit Absicht) die Parade. Die Parade war ähnlich wie  Fasnacht, nur besser. Sie verteilten Süssigkeiten und weil so wenig Menschen kamen (aufgrund des Wetters), erhielten wir ganz viele!  Es war sehr sehr sehr kalt, aber es hat umso mehr Spass gemacht. Leider dauerte es nur eine Stunde. Nachdem fuhren wir nach Hause, passten auf den Hund meiner Gastschwester auf und am Abend machte ich meine Hausaufgaben. Am Sonntag war nicht viel los. Wir mussten die Uhren auf Sommerzeit umstellen. Am Nachmittag fuhren wir zum Altersheim, tranken Kaffee und assen Cookies mit Freunden, die dort wohnen. Nach einer Stunde fuhren wir zum Büro und erledigten einige Sachen. Ich musste die Rechnungen, die bezahlt wurden, in den Computer eintragen. Das dauerte etwa eine Stunde. Als wir nach Hause kamen, arbeitete meine Gastmutter an Steuern und ich schaute fern/ las mein Buch. 

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Donnerstag, 9. März 2017

Woche #6

Schulwoche #6
Die Woche hätte nicht besser beginnen können. Kein Wunder, ist Montag der meistgehasster Tag. Als ich hungrig aufwachte, schaute ich auf den Wecker und erwartete, dass es etwa drei Uhr morgens wäre. Aber der Wecker zeigte 6.40 Uhr an. Also war ich ziemlich im Schock und beeilte mich mit dem Ankleiden, Gesichtwaschen und Schminken. Danach wollte ich mir wie täglich einen Kaffee machen. Oh, wie sehr mich nur der Pech liebt. Die Kaffeemaschine funktionierte natürlich nicht. Obwohl ich wüsste, wie man sie repariert, hatte ich keine Zeit für das. Also ass ich meine Banane und wartete auf den Schulbus. Glücklicherweise verlief der Rest des Tages ganz normal. Meine Gastmutter holte mich von der Schule ab, da sie gerade in der Stadt war. Wir kauften ein paar Sachen ein und gingen nach Hause. Danach ging ich zur Bibliothek, reservierte ein Buch und ging zum Büro meines Gastvaters. Ich sortierte seine alten Zeitungen chronologisch. Am Abend schauten wir Bachelor und danach The Voice. Am Dienstagabend musste ich mit meiner Rezession über "Where the Red Fern Grows" beginnen, die ich am Donnerstag abgeben muss. Ich dachte, ich hätte mehr als genug Zeit, aber meine Gastmutter erzählte mir von ihren Plänen am Mittwoch und es sieht so aus, als hätte ich gar keine Zeit mehr. Um acht Uhr hielt Donald Trump eine einstündige Rede, die ich nicht verpassen konnte. Danach war ich zu müde, um noch daran zu arbeiten. Am Mittwoch gingen wir nach Bejou, ein kleine Stadt mit circa 92 Einwohner. Meine Gastmutter's ehemaliger Schulkamerad besitzt dort ein Mechanikgeschäft und möchte in der Märzzeitung Werbung machen. Kaum zu glauben, dass er erfolgreich ist, in dieser kleinen Stadt.     
Er erfüllte den American Dream. Aber er wirkte arrogant auf mich. Wir waren etwa eine Stunde dort und eine Angestellte zeigte uns alle Angebote, die sie zur Zeit haben und in der Zeitung sehen wollen. Danach schlug meine Gastmutter vor ins Casino, Shooting Stars, zu gehen. Da es ihr Geburtstagsmonat ist, erhielt sie gratis 20 Dollars. Zuerst war ich richtig nervös, da man eigentlich 18 sein müsste. Aber die Polizisten am Eingang hatten wohl das Gefühl, dass ich bereits volljährig bin. All diese Lichter und Spielmaschinen erinnerten mich sehr an Las Vegas. Obwohl alles voll cool war, wunderte ich mich, wieso Menschen so viel Zeit und Geld in Casinos investieren. Wir holten uns ein gratis Getränk und meine Gastmutter zeigte mir ihr Lieblingsspiel. Sie spielte $1.50 pro Runde. Ich merkte sofort, dass sie Erfahrungen hat. Das Spiel war zwar spannend, aber die Reaktionen meiner Gastmutter machten alles zehnmal besser. Und obwohl ich es ganz und gar nicht erwartet hatte, gewann sie sogar $100! Wäre ich nicht dort gewesen, hätte meine Gastmutter mit Sicherheit weitergespielt. Auf dem Weg nach Hause sahen wir zum zweiten Mal einen Adler. Ich schätze mal, dass der Adler ein Nest in der Nähe hat, da wir ihn genau am gleichen Ort fanden wie letztes Mal. Danach waren wir  vertieft in einem Gespräch, als plötzlich ein Mann im Dunkeln am Strassenrand stand. Wären wir ein Zentimeter näher am Rand gefahren, hätten wir ihn wahrscheinlich überfahren. Meine Gastmutter stand unter hohem Schock und rufte den Sheriff an. Was später geschah, erfuhren wir nicht. Da meine Gastmutter gerade $100 gewonnen hatte und keine Lust zum Kochen hatte, gingen wir in West Maine und bestellten Essen. Wir brachten das Essen nach Hause und spät am Abend sprachen wir über unsere Reise nach Arizona bzw. Nevada. Meine Gastmutter fragte mich etwa vor einem Monat, ob ich einen Reisewunsch hätte. Meine Antwort lautete: New York. Aber New York war viel zu teuer. Also schlug mein Gastvater Arizona vor, denn von dort aus kann man mit dem Auto auch nach Las Vegas fahren. Also suchten wir nach billigen Flüge und buchten sie gleich nachdem wir welche gefunden haben. Das war etwa um 11 Uhr abends. Am Donnerstag kochten wir zum ersten Mal in der Foods-Klasse. Jede Gruppe hatte ein anderes Gericht und meine Gruppe kochte Hühnchen mit Korriander. Nach der Schule fuhren wir gleich zum Büro. Etwa um 4 Uhr rufte dann eine Frau an, die neben dem  Altersheim wohnt und fragte mich, ob ich ihr helfen könne, Nahrungsmittel vom einen Raum zum anderen Raum in der Kirche zu transportieren. Obwohl ich sehr müde war, half ich ihr.  Ehrlich gesagt, habe ich nicht viel erwartet, denn normalerweise erledigt sie die Arbeit alleine und sie ist bereits 70+ Jahre alt. Aber als ich dort ankam, merkte ich, dass es mindestens eine Stunde dauern würde. Wir mussten alle Lebensmittel transportieren, wiegen und verräumen. Die Frau ist zwar nett, aber sehr detailliert. Alles musste perfekt sein, was mich teilweise ein wenig genervt hat. Nach etwa 1.5 Stunden waren wir fertig und sie fuhr mich nach Hause (Nicht sicher, ob man 70-Jährige noch hinter dem Lenkrad sehen sollte). Nach dem Abendessen, ging ich duschen und schlief sofort ein. Ich war so müde. Wahrscheinlich weil wir am Mittwoch bis Mitternacht wach blieben. 

Wochenende
Am Freitagnachmittag kam mein Gastbruder, der nach California zieht, nach Hause. Da wir keine Lebensmittel mehr hatten, gingen wir ins Nachbarsdorf und kauften die Sachen ein, die wir auch tatsächlich für das Nachtessen brauchen, denn der Laden ist verglichen zu anderen sehr teuer! Meine Gastmutter fand ein Rezept für Gemüserollen. Eigentlich war es sehr simpel, aber das Rollen fiel und schwer, da wir auch keinen Roller hatten. Aber dafür schmeckte es richtig gut. Samstag war ein grosser Tag! Die Bar in meinem Dorf feierte ihre Eröffnung! Die ehemaligen Besitzer gingen pleite und mussten nach Fargo ziehen. Nach einem Jahr ist die Bar endlich wieder eröffnet! Meine Gastmutter erzählte mir, dass die neuen Besitzer sehr hart gearbeitet haben und viel Kredit aufnehmen mussten, damit sie die Bar eröffnen konnten. Vor allem gaben sie Gas, weil mein Gastbruder seine Abschiedsparty am Samstag dort feiern wollte. Also big day in a small town. Jedenfalls mussten wir am Samstag wirklich einkaufen gehen, weil meine Gastschwester mit ihrem Freund auch kommen würden. Wir fuhren nach Fargo und meine Gastmutter kaufte Kleider ein und ging ins Solarium für zehn Minuten. Zum Mittagessen assen wir Burritos in Taco John's. Der Angestellter hatte wohl ein schlechter Tag, denn er vergass einerseits meinen Burrito zu bestellen (also bekam ich ihn gratis) und andererseits vergass er unsere Getränke. Aber als wir das Essen bekamen, genoss ich es sehr. Vor allem den Käse-dip. Danach gingen wir den Walmart und kauften Lebensmittel ein. Wir beeilten uns nach Hause, damit wir die Bar sehen konnten. Als wir dort ankamen, bestellten wir was zu trinken und natürlich war ich die einzige, die unter 21 bin und Cola trank. Aber wir hatten eine gute Zeit und unterhielten uns mit Freunden. Nach etwa einer Stunde gingen wir nach Hause und bereiteten das Abendessen vor. Meine Gastschwester, ihr Freund und ihr Hund kamen und wir assen gemeinsam. Weil ich unter 21 Jahre bin, ging ich nicht zur Abschiedsparty, sondern passte auf das Kind meiner Gastcousine auf. Er ist neun Jahre alt und ein sehr braver Junge. Wir spielten Wii, Ping Pong und Brettspiele zusammen. Erstaunlicherweise kamen die Eltern bereits um zehn Uhr wieder nach Hause. Sie waren sehr erschöpft von der Woche und kamen deshalb früher zurück. Als ich nach Hause kam, sah ich, dass Coby, der Hund meiner Gastschwester, gepinkelt hat. Ich putzte es auf und nach zehn Minuten kam ihr Freund und später auch meine Gastschwester nach Hause. Wir unterhielten uns und nach etwa einer halben Stunde gingen sie zurück zur Bar und ich ging ins Bett. Am Sonntag geschah nicht viel. Wir tranken gemeinsam Kaffee und am Mittag gingen meine Gastschwester und ihr Freund nach Hause. Am Nachmittag schauten wir einen Film und gingen spazieren, da das Wetter sehr angenehm war. Am Abend gingen meine Gasteltern ins Casino (war wohl keine gute Idee)  und ich blieb alleine zu Hause.