Schulwoche #5
Montag, Februar 20. Genau ein Monat ist vergangen seit ich in Fargo gelandet bin. Ich würde nicht sagen, dass ich heimweh habe. Aber an gewissen Tagen, wäre es schön zu Hause zu sein. Im Allgemeinen kann ich aber sagen, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin. Am Montag war President's Day, also keine Schule für mich! Da ihre Nägelmacherin von ihren Ferien in Vietnam zurückkehrte, wollte sie ihre Nägel wieder neu lackieren. Bevor wir aber dorthin fuhren, gingen wir in den Herbacher's. Aufgrund des President's day, gab es überall grosse Sales. Also kaufte sie einige Deko-Sachen für den Camper, Kaffee und Schminke. Eigentlich brauchte sie nur einen neuen Rouge, aber weil Clinique eine Gratis-Tasche mit Produkte im Innern anbot, wenn man mehr als 28 Dollars einkauft, kaufte sie noch ein Skin-Care Produkt für mich. Sie erzählte mir auch, dass sie früher sehr viele Hautprobleme hatte und ihr der Hautarzt Clinique empfahl. Danach assen wir Sandwiches im Restaurant des Verwandten der Nägelmacherin. Obwohl wir nur Sandwiches bestellt hatten, brachte er uns noch Pommes und Gratis-Getränke, da er meine Gastmutter erkannte. Nachdem wir fertig assen, gingen wir in den Salon und meine Gastmutter erhielt eine Pediküre, Maniküre und neue Gelnägel. Ich konnte die Massage des Massagestuhls geniessen. Die Nägelmacherin erzählte mir von ihren Ferien und ihre Migration in die USA. Sie war sehr sympathisch. Nägel zu machen und gleichzeitig zuhören und sprechen, wäre viel zu schwierig für mich. Am Ende gab sie meiner Gastmutter noch ein Bild aus Vietnam und für mich gab es getrocknete Früchte. Als wir nach Hause kamen, mussten wir uns bereit machen für ein Treffen in der Primarschule. Mein Gastvater sprach täglich über dieses Treffen. Es handelt sich um die Schulen in meinem Dorf und meinem Nachbarsdorf. Die eine Schule ist fast bankrott und man weiss nicht, wie man dieses Problem lösen soll. Eigentlich gab es zwei Treffen, aber ich ging nur zu einer. Für mich war es nicht wirklich spannend, da es mich nich betraf. Aber ich kann mir vorstellen, dass es eine sehr schwierige Entscheidung sein wird. Meine Gasteltern gingen zum zweiten Treffen und ich lief nach Hause. Ich schaute Bachelor und als ich die Hunde rausliess, sah ich die grosse Überraschung. Bogey übergab sich. Ich musste alles aufputzen und verpasste das Ende von Bachelor. Der Dienstag verlief ganz normal, aber als ich nach Hause kam, erzählte meine Gastmutter uns von ihrem Tag. Sie hütete die Nachbarskinder, aber diese hörten nicht zu und jammerten die ganze Zeit. Meine Gastmutter war gar nicht glücklich. Und ihr Pech fand sein Weg zu mir. Als wir Fernseh schauten, trank ich meinen Tee und für eine Sekunde war ich abgelenkt und ich schüttelte den heissen Tee aus. Auf mein Fuss. Zum Glück schmerzte er kaum, aber peinlich war es mir schon ein wenig. Meine Gastmutter gab mir einen Eisbeutel, den ich auf meinen Fuss legte. Danach schauten wir den Film "Junior". Am nächsten Tag war der Pech noch nicht vorbei. Als ich bereit für die Schule war und wie jeden Tag vor der Tür auf den Schulbus wartete, war ich zu sehr auf mein Iphone fokussiert, dass ich den Schubus fast verpasst hätte. Ich sah wie er wegfuhr und rannte ihm hinterher. Glücklicherweise sah der Busfahrer mich und hielt an. Wieder ein peinlicher Moment. Der Mittwoch war eigentlich sehr angenehm bis auf die Tatsache, dass ich mit sehr vielen Hausaufgaben nach Hause gekommen bin. Ich investierte etwa eine Stunde daran. Ich war zwar noch micht fertig, aber dafür gibt es ja Study Hall. Danach las ich ein wenig in meinem Buch und wir schalteten zum ersten Mal, seit ich hier bin, den Kamin ein. Am Abend schauten wir "Inferno", den meine Gastmutter aus der Bibliothek auslieh. Der Film war ganz gut. Ein wenig kompliziert, aber viel Action. Am Donnerstag geschah eigentlich nichts Spannendes bis auf die Tatsache, dass ich zum ersten Mal ein Peanut Butter + Jelly Sandwich hatte. Da es zu Mittag Fleisch gab, erhielt ich ein Sandwich. Als wir das Abendessen bereit machten, kam ein Arbeiter der Versicherungsfirma meines Gastvaters. Aus irgendeinem Grund mag sie ihn nicht und war von seinem Besuch genervt. Vielleicht hatte sie aber auch nur Hunger. Um acht Uhr lief die Lieblingsshow meiner Gastmutter im Fernseh und ich schaute fern in meinem Zimmer.
Wochenende
Am Freitag nach der Schule gingen wir in eine Bar im Nachbarsdorf. Anfangs war ich ein wenig verunsichert, da ich als Minderjährige eigentlich nicht dorthin gehöre. Aber ich hatte auch nur eine Cola. Ich lernte einige Freunde kennen und brachte mir mein Gastvater bei, wie man Billiard spielt. Zuerst war es richtig schwierig. Nur schon den Billiardschläger zu halten und Stossen fiel mir schwer. Aber mit der Zeit wurde es besser und es machte richtig Spass. In der zweiten Runde spielten ein Freund und ich gegen meine Gasteltern. Obwohl wir gewonnen haben, würde ich sagen, dass es nicht wirklich ein faires Spiel war. Sie liessen mich nochmals spielen, wenn ich nicht getroffen habe. Also es war mehr ein Übungsspiel. Eigentlich hatten wir ein Billiardtisch in der Schule, aber wir spielten immer Tischfussball und nicht Billiard. Danach gingen wir in eine andere Bar und assen. Es gab Kartoffeln mit Brot und Käse. Um neun Uhr kamen wir dann zu Hause an und schauten fern. Am Samstag machten wir Pancakes, Kartoffeln und Eier als Brunch. Wir assen und danach ging ich zu einem Basketballspiel in der Schule, während meine Gasteltern eine Massage in Fargo geniessen und einkaufen gingen. Das Spiel war meiner Meinung nach sehr langweilig. Vielleicht lag es daran, dass es ein Samstag war. Aber ich konnte mich gar nicht auf das Spiel konzentrieren. Zusätzlich war ich noch sehr müde. Nachdem ich zu Hause ankam, las ich das Buch "Where The Red Fern Grows", welches ich für die Schule lesen muss und darüber ein Aufsatz schreiben muss. Als meine Gasteltern nach Hause kamen, war der Kühlschrank so voll wie noch nie zuvor. Da sie einen Blu-ray Film ausliehen, wollten wir ihn schauen, aber das war leider nicht möglich, weil die Fernbedienung nicht zu finden war. Und die Blu-ray box keinen einzigen Knopf hat. Also suchten wir überall und meine Gastmutter wollte nicht aufgeben. Wir bekamen sogar die Box unseres Nachbars, aber es funktionierte trotzdem nicht. Also nach etwa einer Stunde gaben wir auf und schauten irgendein Film auf Netflix. Obwohl ich unglaublich müde war, wollte ich aus Nettigkeit trotzdem den Film zu Ende schauen. Mein Gastvater schlief sogar ein. Am Sonntagmorgen gingen wir zur Kirche. Obwohl meine Gastmutter und ich gar keine Lust hatten, gingen wir, damit mein Gastvater nicht alleine sass. Danach gab es Mittagessen im Nachbarsdorf, weil die FFA-Gruppe Geld sammelte. Es gab einen Salatbuffet, Pasta und ganz viel Kuchen. Ich nahm einen Kirschkuchen, der mir aber viel zu süss war. Aber der Salat schmeckte gut! Am Nachmittag gingen meine Gastmutter und ich zu einer Babyshower. Aber dies verlief ganz anders als wir es und vorgestellt haben. Wir kannten niemand dort. Obwohl sie in der Bank arbeitet und jeder in diesem Dorf wöchentlich, wenn nicht täglich zur Bank geht, kam niemand. Das machte meine Gastmutter sehr wütend und enttäuscht. Also sassen wir zwei Stunden lang dort, gelangweilt. Trotzdem bin ich froh, dass wir gegangen sind, denn sie tat mir sehr leid.
Ehrlich gesagt, war diese Woche wohl die schwierigste. Vielleicht lag es am Wetter, aber ich war ständig müde und irgendwie fühlte ich mich schwach. Auch hatte ich das Gefühl, dass diese Woche sehr lange dauerte. Ich hoffe die nächste Woche wird ein wenig besser.
