Flug

Montag, 27. Februar 2017

Woche #5

Schulwoche #5
Montag, Februar 20. Genau ein Monat ist vergangen seit ich in Fargo gelandet bin. Ich würde nicht sagen, dass ich heimweh habe. Aber an gewissen Tagen, wäre es schön zu Hause zu sein. Im Allgemeinen kann ich aber sagen, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin. Am Montag war President's Day, also keine Schule für mich! Da ihre Nägelmacherin von ihren Ferien in Vietnam zurückkehrte, wollte sie ihre Nägel wieder neu lackieren. Bevor wir aber dorthin fuhren, gingen wir in den Herbacher's. Aufgrund des President's day, gab es überall grosse Sales. Also kaufte sie einige Deko-Sachen für den Camper, Kaffee und Schminke. Eigentlich brauchte sie nur einen neuen Rouge, aber weil Clinique eine Gratis-Tasche mit Produkte im Innern anbot, wenn man mehr als 28 Dollars einkauft, kaufte sie noch ein Skin-Care Produkt für mich. Sie erzählte mir auch, dass sie früher sehr viele Hautprobleme hatte und ihr der Hautarzt Clinique empfahl. Danach assen wir Sandwiches im Restaurant des Verwandten der Nägelmacherin. Obwohl wir nur Sandwiches bestellt hatten, brachte er uns noch Pommes und Gratis-Getränke, da er meine Gastmutter erkannte. Nachdem wir fertig assen, gingen wir in den Salon und meine Gastmutter erhielt eine Pediküre, Maniküre und neue Gelnägel. Ich konnte die Massage des Massagestuhls geniessen. Die Nägelmacherin erzählte mir von ihren Ferien und ihre Migration in die USA. Sie war sehr sympathisch. Nägel zu machen und gleichzeitig zuhören und sprechen, wäre viel zu schwierig für mich. Am Ende gab sie meiner Gastmutter noch ein Bild aus Vietnam und für mich gab es getrocknete Früchte. Als wir nach Hause kamen, mussten wir uns bereit machen für ein Treffen in der Primarschule. Mein Gastvater sprach täglich über dieses Treffen. Es handelt sich um die Schulen in meinem Dorf und meinem Nachbarsdorf. Die eine Schule ist fast bankrott und man weiss nicht, wie man dieses Problem lösen soll. Eigentlich gab es zwei Treffen, aber ich ging nur zu einer. Für mich war es nicht wirklich spannend, da es mich nich betraf. Aber ich kann mir vorstellen, dass es eine sehr schwierige Entscheidung sein wird. Meine Gasteltern gingen zum zweiten Treffen und ich lief nach Hause. Ich schaute Bachelor und als ich die Hunde rausliess, sah ich die grosse Überraschung. Bogey übergab sich. Ich musste alles aufputzen und verpasste das Ende von Bachelor. Der Dienstag verlief ganz normal, aber als ich nach Hause kam, erzählte meine Gastmutter uns von ihrem Tag. Sie hütete die Nachbarskinder, aber diese hörten nicht zu und jammerten die ganze Zeit. Meine Gastmutter war gar nicht glücklich. Und ihr Pech fand sein Weg zu mir. Als wir Fernseh schauten, trank ich meinen Tee und für eine Sekunde war ich abgelenkt  und ich schüttelte den heissen Tee aus. Auf mein Fuss. Zum Glück schmerzte er kaum, aber peinlich war es mir schon ein wenig. Meine Gastmutter gab mir einen Eisbeutel, den ich auf meinen Fuss legte. Danach schauten wir den Film "Junior". Am nächsten Tag war der Pech noch nicht vorbei. Als ich bereit für die Schule war und wie jeden Tag vor der Tür auf den Schulbus wartete, war ich zu sehr auf mein Iphone fokussiert, dass ich den Schubus fast verpasst hätte. Ich sah wie er wegfuhr und rannte ihm hinterher. Glücklicherweise sah der Busfahrer mich und hielt an. Wieder ein peinlicher Moment. Der Mittwoch war eigentlich sehr angenehm bis auf die Tatsache, dass ich mit sehr vielen Hausaufgaben nach Hause gekommen bin. Ich investierte etwa eine Stunde daran. Ich war zwar noch micht fertig, aber dafür gibt es ja Study Hall. Danach las ich ein wenig in meinem Buch und wir schalteten zum ersten Mal, seit ich hier bin, den Kamin ein. Am Abend schauten wir "Inferno", den meine Gastmutter aus der Bibliothek auslieh. Der Film war ganz gut. Ein wenig kompliziert, aber viel Action. Am Donnerstag geschah eigentlich nichts Spannendes bis auf die Tatsache, dass ich zum ersten Mal ein Peanut Butter + Jelly Sandwich hatte. Da es zu Mittag Fleisch gab, erhielt ich ein Sandwich. Als wir das Abendessen bereit machten, kam ein Arbeiter der Versicherungsfirma meines Gastvaters. Aus irgendeinem Grund mag sie ihn nicht und war von seinem Besuch genervt. Vielleicht hatte sie aber auch nur Hunger. Um acht Uhr lief die Lieblingsshow meiner Gastmutter im Fernseh und ich schaute fern in meinem Zimmer. 

Wochenende
Am Freitag nach der Schule gingen wir in eine Bar im Nachbarsdorf. Anfangs war ich ein wenig verunsichert, da ich als Minderjährige eigentlich nicht dorthin gehöre. Aber ich hatte auch nur eine Cola. Ich lernte einige Freunde kennen und brachte mir mein Gastvater bei, wie man Billiard spielt. Zuerst war es richtig schwierig. Nur schon den Billiardschläger zu halten und Stossen fiel mir schwer. Aber mit der Zeit wurde es besser und es machte richtig Spass. In der zweiten Runde spielten ein Freund und ich gegen meine Gasteltern. Obwohl wir gewonnen haben, würde ich sagen, dass es nicht wirklich ein faires Spiel war. Sie liessen mich nochmals spielen, wenn ich nicht getroffen habe. Also es war mehr ein Übungsspiel. Eigentlich hatten wir ein Billiardtisch in der Schule, aber wir spielten immer Tischfussball und nicht Billiard. Danach gingen wir in eine andere Bar und assen. Es gab Kartoffeln mit Brot und Käse. Um neun Uhr kamen wir dann zu Hause an und schauten fern. Am Samstag machten wir Pancakes, Kartoffeln und Eier als Brunch. Wir assen und danach ging ich zu einem Basketballspiel in der Schule, während meine Gasteltern eine Massage in Fargo geniessen und einkaufen gingen. Das Spiel war meiner Meinung nach sehr langweilig. Vielleicht lag es daran, dass es ein Samstag war. Aber ich konnte mich gar nicht auf das Spiel konzentrieren. Zusätzlich war ich noch sehr müde. Nachdem ich zu Hause ankam, las ich das Buch "Where The Red Fern Grows", welches ich für die Schule lesen muss und darüber ein Aufsatz schreiben muss. Als meine Gasteltern nach Hause kamen, war der Kühlschrank so voll wie noch nie zuvor. Da sie einen Blu-ray Film ausliehen, wollten wir ihn schauen, aber das war leider nicht möglich, weil die Fernbedienung nicht zu finden war. Und die Blu-ray box keinen einzigen Knopf hat. Also suchten wir überall und meine Gastmutter wollte nicht aufgeben. Wir bekamen sogar die Box unseres Nachbars, aber es funktionierte trotzdem nicht. Also nach etwa einer Stunde gaben wir auf und schauten irgendein Film auf Netflix. Obwohl ich unglaublich müde war, wollte ich aus Nettigkeit trotzdem den Film zu Ende schauen. Mein Gastvater schlief sogar ein. Am Sonntagmorgen gingen wir zur Kirche. Obwohl meine Gastmutter und ich gar keine Lust hatten, gingen wir, damit mein Gastvater nicht alleine sass. Danach gab es Mittagessen im Nachbarsdorf, weil die FFA-Gruppe Geld sammelte. Es gab einen Salatbuffet, Pasta und ganz viel Kuchen. Ich nahm einen Kirschkuchen, der mir aber viel zu süss war. Aber der Salat schmeckte gut! Am Nachmittag gingen meine Gastmutter und ich zu einer Babyshower. Aber dies verlief ganz anders als wir es und vorgestellt haben. Wir kannten niemand dort. Obwohl sie in der Bank arbeitet und jeder in diesem Dorf wöchentlich, wenn nicht täglich zur Bank geht, kam niemand. Das machte meine Gastmutter sehr wütend und enttäuscht. Also sassen wir zwei Stunden lang dort, gelangweilt. Trotzdem bin ich froh, dass wir gegangen sind, denn sie tat mir sehr leid. 
 
Ehrlich gesagt, war diese Woche wohl die schwierigste. Vielleicht lag es am Wetter, aber ich war ständig müde und irgendwie fühlte ich mich schwach. Auch hatte ich das Gefühl, dass diese Woche sehr lange dauerte. Ich hoffe die nächste Woche wird ein wenig besser. 

Montag, 20. Februar 2017

Woche #4

Schulwoche #4
Am Montag hatten wir eine Matheprüfung, aber diese wurde für eine kurze Zeit unterbrochen, da es eine Notprobe gab. Wir mussten alles liegenlassen, die Fensterladen runterlassen und uns in der Ecke "verstecken". Also ich würde sagen, gäbe es tatsächlich eine Schiesserei, würden wir wohl alle überleben. Vor allem wenn das Klassenzimmer neben uns noch den Ton eines Videos anlässt. Für alle die das nicht verstanden haben, das war Sarkasmus. Am Mittag sass ich mit meinen "neuen" Freundinnen am Tisch. Das ist bereits das zweite Mal, dass ich den Tisch wechsle. Ich hoffe die anderen nehmen mir es nicht übel. Jedenfalls verteilten sie endlich die Cookies, die wir jeweils am Wocheende gebacken und dekoriert haben. Ich bekam einen von einem Mädchen aus FCCLA. Da meine Gastmutter zehn gekauft hat, musste ich holen gehen. Es fühlte sich sehr eigenartig an, mit zehn Cookies herumzulaufen, die zudem noch ziemlich zerbrechlich waren. Einige dachten, ich hätte diese von jemandem bekommen. Einerseits war es amüsant, andererseits war es mir einwenig peinlich. Am Abend schauten wir Bachelor. Am Dienstag war Valentinstag, was eindeutig grössere Bedeutung hier hat, als in der Schweiz. Obwohl es ist für jeden anders hier. Einige mögen es, andere nicht. Jedenfalls besuchten wir den ältesten Sohn und brachten den Kindern Geschenke. Mittwoch war mein 17. Geburtstag! Meine Gasteltern schenkten mir wunderschöne Ohrringe. Leider habe ich aber keine Ohrlöche, aber ich hatte sowieso vor sie stechen zu lassen. Meine Gastmutter bestah darauf, mich zur Schule zu fahren. Lustigerweise bekam sie einen Anruf von der Schule drei Minuten vor Abfahrt, weil sie ein Ersatzlehrerin brauchen. Perfektes Timing würde ich mal sagen. Wir bekommen täglich eine Email mit allen wichtigen Schulterminen, Geburtstag, Lunchmenu usw. Also wussten ziemlich viele von meinem Geburtstag und gratulierten mir. Meine Freundinnen brachten mir Cupcakes, Reese's und Kaffee. Nach der 5. Stunde wollte ich meine Schulsachen in meinen Locker verstauen und siehe da: Auf meinem Locker stand "Happy Birthday"! Ich wusste sofort, dass es meine Gastmutter war. Zusätzlich bekam ich ganz viele SMS von unbekannten Nummern, die mir alles Gute wünschten. Stellt sich heraus, dass meine Telefonnummer auf Facebook postete. Also jetzt wussten definitiv alle, dass ich Geburtstag hatte. In der nächsten Stunde hatte ich "American History" und sie sangen "Happy Birthday" für mich. Awkward moment. Auf dem Nachhauseweg sahen wir einen Adler! Er frass die toten Rehe, die überfahren wurden. Aber meine Gastmutter sagte, sie hätte bis jetzt erst 2 Adler in ihrem ganzen Leben gesehen! Was für ein Zufall! Dann noch an meinem Geburtstag. Am Abend gingen wir nach Fargo und assen in Kobe's, ein japanisches Grillrestaurant. Die Ex-Schwiegermutter kam mit uns mit, was ich einwenig merkwürdig fand. Aber es stellte sich heraus, dass  mein Gastbruder und Gastschwester plus ihr Freund mitkamen. Das Restaurant war richtig cool. Wir sassen in einem U und vor uns war ein Grill. Der Koch kam und es gab zuerst eine kleine Show. Er spielte mit seinen Kochsachen herum und warf uns Avocado zu. Danach begann er endlich zu kochen und zur Vorspeise gab es Pilzsuppe, die ich erstaunlicherweise mochte. Ich bestellte Gemüse mit Reis und Nudeln. Es war lecker, aber viel zu viel. Am Ende bekam ich noch fritiertes Glacé mit Schlagsahne, die ich aber nicht mehr fertig essen konnte. Aber der Tag war toll :)
 Am Donnerstagmorgen rief ich meine Mutter an, um ihr alles Gute zum Geburtstag zu wünschen. Zusätzlich haben sie endlich die Postkarten erhalten, die ich vor etwa eine Woche gesendet habe. Am Nachmittag hatte ich die zweite praktische Biologieprüfung, die katastrophal war. Alle Knochen sahen genau gleich aus, was uns sehr verwirrt hat. Nach der Schule blieb ich wieder in Ada für ein Basketballspiel. Ada-Borup vs. Crookston. Das Spiel fing erst um sieben Uhr an. Wie letztes Mal fuhren wir herum, assen und sprachen über alles Mögliche. Aufgrund Verlängerungen des vorherigen Spiels, fing das Spiel um 19:30 an. Dieses Spiel war richtig fesselnd. Obwohl ich bereits das letzte Spiel spannend war, war dieses Spiel 1000x spannender. In der ersten Halbzeit führte Crookston, aber in der zweiten Halbzeit holte Ada-Borup in der letzten Minute auf und es war Gleichstand. Also gab es ein vier-minütiges Overtime. Geschrei, Jubel, überall sah man angespannte Gesichter. Sogar nach dem Overtime stand Gleichstand. Nun kam das zweite Overtime. Und Ada-Borup gewann mit einem Vorsprung von drei Punkten!!! 
 
Wocheende
Am Freitag hatte ich keine Schule, da am Montag President's day ist. Also nutzten wir die Gelegenheit aus und gingen am Morgen zum Altersheim, in welchem meine Gastmutter 5 Jahre lang gearbeitet hat. Zuerst sassen wir mit drei Männer an einem Tisch, die alle aus Norwegen stammen. Einer konnte kaum was hören, also kommunizierten wir indem wir auf Papier schrieben. Sie waren super nett und waren sehr sympathisch. Erst nach etwa zehn Minuten merkte ich, dass einem eine Hand fehlte. Und je länger ich dort sass, desto mehr fiel mir auf. Das ständige Zittern, die langsamen Bewegungen dieser Menschen. Ich schaute um mich herum, hinter uns war ein langer Tisch voller Frauen, die  70+ waren. Alle starrten mich an und die Arbeiterin fragte uns jede zweite Minute, ob wir uns nicht zu ihnen sassen. Die Männer, die bei uns sassen, waren zwar physisch nicht mehr in bester Form, aber man sah immer noch Freude in ihren Gesichtern. Aber als wir uns zu den Frauen sassen, schaute ich in ihre Gesichter. Ich bezweifle, dass sie ihr Leben noch geniessen. Es tat mir so leid sie zu sehen. Sie sahen so schwach aus, als wären sie bereits tot. Kein Zeichen von Freude. Einige konnten sich gar nicht mehr bewegen. Etwas, was ich nie vergessen werde, ist der Moment, als wir Kaffee und Cookies bekommen habe und der Mann, der nur eine Hand hat, kein Kaffee wollte, weil sein ständiges Zittern alles ausleeren würde. Das war sehr traurig. Sie fragten mich einige Fragen bis es Zeit für Mittagessen war. Danach gingen wir zu den Wohnungen, die gleich neben dem Altersheim sind. Wir besuchten die 102-jährige Kathleen, die trotz ihres Alters noch sehr fit ist. Ihre Wohnung ist wunderschön. Als ihr Mann noch lebte, sammelten sie antikische, chinesische Vasen, Figuren usw. Sie hat eine richtig dicke Katze, die sie täglich füttert. Aber weil sie die Katze so liebt, hat sie sieben Schüsseln voller Katzenfutter verschiedener Sorten, damit die Katze je nach Lust und Laune essen kann. Sie erzählte generell von ihrem Leben. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich mehr Fragen gestellt. Das Beste am diesem Besuch war jedoch ihre Umarmung am Schluss. Obwohl sie sehr zierlich aussieht, ihre Umarmung ist sehr leidenschaftlich. Danach besuchten wir noch eine andere Frau und schlussendlich fuhren wir zum Büro meines Gastvaters. Wie bereits erwähnt hatte ich ein verlängeretes Wocheende aufgrund des President's Day. Meine Gastmutter schlug vor nach Minneapolis zu fahren, in einem Hotel zu übernachten und am nächsten Tag wieder nach Hause zu fahren. Also machten wir uns auf die Suche nach geeignete Hotels. Nach etwa zwei Stunden fanden wir es und gingen nach Hause. Da wir beide sehr angeschlagen waren, gingen wir ins Bett für einen Powernap. Nach einer Stunde rufte mich meine Gastmutter, denn Uncle Johnny kam zu Besuch und überreichte mir eine Geburtstagskarte. Er blieb für zwei Biere und Nacchos. Er ist mir sehr sympathisch und liebevoll. Danach ging er nach Hause. Nach dem Essen ging ich ins Bett, damit ich für den Trip nach Minneapolis mehr Energie habe. 

Am Samstag fuhren wir etwa um zehn Uhr ab. Die erste Stunde fühlte sich an wie eine Ewigkeit, weil es nur kleine Strassen waren. Da wir kein Morgenessen hatten, hielten wir an einer Tankstelle an und neben der Tankstelle gab es ein kleines oldschool Restaurant. Ich bestellte ein Blueberry-Pancake. Die nächsten drei Stunden Fahrt verliefen ziemlich schnell, da wir auf der Autobahn fuhren. Zuerst gingen wir zum Hotel, checkten in und lagerten unsere Koffer. Da mein Gastvater einwenig müde war, da er etwa zwei Stunden gefahren ist, gingen meine Gastmutter und ich zuerst in den World Market. Die Sachen dort gefielen mir sehr, aber es wäre gar nicht möglich für mich, die Sachen nach Hause zu bringen. Es waren vor allem Dekorationen und Nahrungsmittel. Aber meine Gastmutter fand endlich ihr Lieblingsgewürz aus Kroatien. Danach holten wir meinen Gastvater ab machten wir uns auf den Weg zum grössten Einkaufszentrum der USA, Mall of America. Als Erstes gingen wir durch den Nickelodeon Park und bewunderten die Achterbahnen. Leider gingen wir auf keine, aber dafür gingen wir zu FlyOverAmerica. Wir warteten etwa 30 Minuten und das 4D Video dauerte etwa 10Minuten, aber es war richtig toll. Man flog durch viele Attraktionen und  man roch den Geruch, man spürte den Wind und die Musik machte alles noch aufregender. Eigentlich traurig, wie leicht man den Körper eines Menschen täuschen kann. Aber es war richtig cool. Danach gingen wir in einen Minnesota Souvenir Shop und ich kaufte zwei "I love MN" Pullover und zwei Tassen. Danach gingen wir in den Claire's und ich kaufte Perlenohrringe. Sehr aufregender Moment, da ich seit Jahren keine Ohrringe mehr getragen habe. Es fühlte sich merkwürdig an, aber irgendwie sehe ich reifer aus mit Ohrringen. Glaubt mir oder auch nicht, aber es gibt Menschen, die im Mall of America heiraten. Wir fanden eine kleine Kappelle, in denen Menschen wirklich heiraten. Die Verkäufer erzählte uns sogar, dass ziemlich viele dort heiraten. Etwa zehn Hochzeiten pro Woche! Ich kann es kaum glauben! Nachdem wollte mein Gastvater in eine Bar und trank ein Glass Bier. Nachdem, liefen wir herum und suchten was zum Abendessen. Wir teilten uns auf, da es zu viele Möglichkeiten gab und wir alle etwas Anderes wollten. Mein Gastvater und ich entschieden uns für ein Falafeldöner und meine Gastmutter entschied sich für Chinesisch. Obwohl wir nur etwa 1/8 des ganzen Einkaufszentrum sahen, machten wir uns auf dem Weg nach Hause, denn in einer halben Stunde würde das Einkaufszentrum schliessen. Aber ich schätze die Arbeiter müssen täglich Überstunden machen, da das Parkhaus noch voll war, als wir zum Hotel fuhren. Im Hotel wollten wir zum Pool gehen, aber der Pool war voller kreischenden Kinder. Also würden wir am Sonntagmorgen schwimmen gehen. Meine Gasteltern gingen zur Bar im Hotel und ich blieb im Zimmer und las mein Buch. Nach etwa einer Stunde kamen sie zurück und wir gingen schlafen
 
Am nächsten Tag gingen wir in den Whirlpool und entspannten uns. Danach packten wir unsere Sachen ein und checkten out. Wir stiegen ins Auto ein und fuhren herum, damit sie mir Downtown Minneapolis zeigen konnten. Meine Gastmutter fragte mich vor etwa einer Woche, ob ich mir vorstellen könnte in Amerika zu wohnen. Zu der Zeit war ich überzeugt, dass meine Antwort fürimmer "nein" bleiben würde. Aber als ich die Stadt gesehen hatte, war ich mir nicht mehr so sicher. Ich könnte nie in einem Dorf wohnen, das ist sicher. Aber eine Grossstadt wie beispielsweise Minneapolis, klingt ziemlich gut (sofern ich es mir natürlich leisten kann, man darf ja träumen). Auf dem Nachhauseweg stoppten wir an vier Orten. Als erstes stoppten wir bei einem Restaurant, in welchem wir Brunch assen. Es erinnerte mich an Hawaii. Die Dekorationen, die Bar und das Essen. Für mich gab es Gemüse mit Käse und für meine Gasteltern gab es Pizza. Danach fuhren wir weiter bis wir in einem Laden namens Cabela. Eigentlich ist der Laden mehrheitlich für Jäger/Fischer gedacht, aber es gab sehr viele ausgestopfte Tiere. Zudem gab es ein Aquarium mit Fischen. Danach fuhren wir weiter nach Detroit Lakes, um das Innere des Campers anzuschauen. Schwimmen, Strand, Feuerlager, Grillieren, S'mores. Ich freue mich jetzt schon auf die Sommerzeit, wenn wir endlich den Camper nutzen können! Nicht allzuweit entfernt war Walmart, in dem wir unsere Lebensmitteleinkauf machten bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten
 
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Montag, 13. Februar 2017

Woche #3

Alle sagen, die Zahl 3 ist die schlimmste Zahl während dem Austausch. 3. Tag, 3. Woche, 3. Monat. 

Das Wetter sieht gar nicht gut aus. Kalt (-20Grad), nebelig, dunkel und düster. In den letzten zwei Wochen konnte ich immer den Sonnenaufgang im Bus beobachten, heute sieht alles traurig aus. Man erkennt die Landachaft gar nicht mehr aufgrund des Nebels. Ob das eine Bedeutung hat? 
 

Schulwoche #3
Der Montag und Dienstag verliefen ganz nornal. Sie gehören zu jenen Tagen, die man schnell wieder vergisst. Schulbus, Schule, Mittag, Schule, Schulbus. Jetzt langsam verstehe ich, wieso niemand Schulbusse mag. Der Schulbus rüttelt die ganze Zeit, die Kinder sind laut und kicken mit den Beinen, sodass die Sitze sehr unbequem sind. Da mein Zuhause am morgen die erste, am Nachmittag die letzte Station ist, geniesse ich immer die wenigen Minuten, in denen der Bus ganz leer, ruhig und angenehm ist. Am Mittwoch mussten alle Schüler eine Vorbereitungsprüfung für ihre Abschlussprüfung schreiben. Da ich keinen Abschluss bekommen werde, durfte ich die Prüfung gar nicht schreiben. Also las ich unser Englischbuch, My Antonià. Nach der Schule gingen wir nach Moorhead und kauften Lebensmittel ein, während mein Gastvater in eine Bar ging, um seine Freunde zu treffen. Am Eingang des Ladens gibt es einen Automaten (Red Box), von dem man Filme ausleihen kann. Wir liehen 2 Filme aus, The Whole Truth und The Deep Water Horizon. Zudem gab es gratis Cookies, weil bald Valentinstag ist. Nachdem Einkaufen, gingen wir in ein asiatisches Restaurant und kauften unser Abendessen als Take-Away ein. Wie sehr ich es vermisst habe. Für mich gab es Reis mit Gemüse in Szechuan Style. Danach holten wir meinen Gastvater ab. Er war einweng angetrunken, aber ich glaube, dass es ihm gut tat, da er in  der letzten Zeit ziemlich unter Stress stand. Im Auto diskutierten wir über Religion, Migration und alles möglich, denn er weiss sehr viel darüber, was ich sehr bewunderswert finde. Auch fühlte ich mich zum ersten Mal richtig wohl, beziehungsweise "Zuhause" in seiner Umgebung. Am Abend schauten wir dann Deep Water Horizon. Ein sehr empfehlenswerter Film, basiert auf eine wahre Geschichte. Meiner Meinung nach, könnte man ihn vom Inhalt her mit Titanic vergleichen. Aber ohne Liebe.
Emotional, Tragisch, zum Nachdenken anregend und Realistisch. Am Donnerstag fuhren meine Gastmutter und Ich von Ada  nach Manohmen, um die monatliche Zeitung meines Gastvaters auszuteilen. Meine Gastmutter ist dort aufgewachsen und ihr Bruder lebt immer noch dort. Wir besuchten ihn, aber nur seine Ehefrau war zu Hause. Ihr Haus ist riesig! Man könnte denken, es sei ein kleines Hotel. Aber es ist eine Villa für zwei Personen!!! Aber das liegt vermutlich daran, dass der Ehemann Häuser baut, vermietet und verkauft. Wirklich schönes Haus. Aber ich will nicht wissen, wie lange es dauert, um das Haus zu putzen, dekorieren usw. Am Abend schauten wir den zweiten Film, den wir ausgeliehen haben. Er heisst "The Whole Truth". Der Film verläuft einwenig langsam, aber wer gerne Plot Twists gegen das Ende hat, dem wird der Film auf jeden Fall gefallen. 


Wocheende
Am Freitag blieb ich in Ada mit zwei Freundinnen, da ein Basketballspiel am Abend in der Schule stattfand. Das war richtig lustig. Wir kauften Süssigkeiten ein und assen Fast Food. Wir fuhren in der Stadt herum, hörten Musik und genossen das Essen, was sehr amüsant war. Mir gefiel es sehr und ich fühlte mich richtig amerikanisch. Um sechs Uhr fand dann das Spiel statt und meine Freundin musste helfen, die Punkte zu notieren. Es gab zwei Spiele: die Junior Varsity und Varsity. Das Spiel der Juniors war ganz okay, nicht sehr spannend, aber das Spiel der Älteren (Varsity) war sehr stark. Man nahm das Basketballspiel sehr ernst. Einerseits war es beängstigend, andererseit war es extremsten spannend. Die Stimmung war sehr angespannt und die Coaches gaben die ganze Zeit befehle. Der Head-Coach des anderen Teams war richtig böse und genervt. Aber schlussendlich gewann Ada-Borup mit einem Vorsprung von zehn Punkte. Nach dem Spiel gab es ein Overtime in der Kirche. Es gab Spiele, Essen und Trinken. Das war einwenig langweilig, weil gar nicht so viele gekommen sind. Aber am Ende spielten wir Pictionary, was lustig war. 
Am Samstagmorgen ging ich wieder zur Schule, um die Cookies von letzter Woche zu dekorieren. Anfangs war es noch okay, aber mit der Zeit wurde es richtig langweilig. Um drei Uhr nachmittags fuhren meine zwei Freundinnen und ich nach Fargo. Eigentlich war es eine ziemlich spontane Entscheidung für mich. Also hatte ich au keine Pläne. Wir fuhren dorthin, verfuhren uns mehrere Male, stoppten bei Drive-Ins von FastFood-Ketten (ja, meine Freundin liebt es zu essen) und gingen in Läden wie Scheels, Target, Walmart, Claire's... Wir gehen ins Rubi Tuesday, um zu essen. Eine Freundin sehnte sich nach Sushi und weigerte sich etwas Anderes zu essen, was meine andere Freundin natürlich nicht zuliess. Also musste sie auch essen. Aber auf unserem Weg nach Hause holten wir dann Sushi von Hornbacher's, damit sie auch zufrieden nach Hause gehen kann. Das war ein sehr toller Tag und ich kann zum ersten Mal sagen, dass ich wirklich Freunde gefunden habe. Sonntag war ein sehr ruhiger und angenehmer Tag. Als Allererstes rief ich natürlich meinen Vater an und wünschte ihm alles Gute zum Geburtstag. Eigentlich hatte ich vor um vier Uhr aufzustehen, damit ich ihm möglichst früh alles Gute wünschen kann, aber als der Wecker läutete, war ich zu müde, um mich zu bewegen. Nachdem wir eine Stunde lang telefoniert haben, gingen wir zur Primarschule, um zu brunchen. Die lokale Feuerwehr organisierte den Bunch, um Geld zu sammeln. Es war jedem freigestellt, wieviel Geld er/sie spendieren wollte. Am Nachmittag war kaum was los. Wir hatten "Honey", eine Freundin meiner Gastmutter, zu Besuch für zehn Minuten. Wir schauten fern, ich machte meine Hausaufgaben und am Abend schauten wir die Grammys. 

Nun zur Frage, ob die Nummer 3 wirklich so schlimm ist. Also der dritte Tag war für mich ziemlich hektisch. Das erste Mal Busfahren, neue Menschen kennenlernen, Schulzimmer finden, Schulfächer wechseln. Da muss ich ehrlich sagen, der dritte Tag war blöde. Die dritte Woche hingegen, war eigentlich sehr cool. Das liegt daran, dass ich endlich Freunde gefunden habe und etwas mit ihnen unternommen habe. Die Woche verlief eigentlich sehr langsam. Aber ab Freitag verlief sie wie der Blitz. Das Einzige, was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass ich erst seit drei Wochen hier bin, aber es fühlt sich so an, als wäre ich bereits eine Ewigkeit hier. 
 

Dienstag, 7. Februar 2017

Woche #2

2. Schulwoche 
Langsam gewöhne ich mich an Alles. Da ich in der ersten Woche immer mit Seniors in der Cafeteria sass, wollte ich mal Juniors kennenlernen. Leider ist es ein wenig schwierig den Unterschied zwischen Sophomor, Junior oder Senior zu erkennen, da teilweise die Klassen gemischt sind. Also sass ich mit Schülern aus American History am Tisch, fand aber erst später heraus, dass sie eigentlich Sophmors sind. In Biologie hatte ich meinen ersten Test. Wir mussten alle Knochen des Schädels können. Ich dachte es wäre viel schwieriger, aber wir bekamen ein Blatt mit allen Knochennamen und mussten sie einfach zur Zeichning zuordnen. Am Dienstag nach der Schule half ich meiner Gastmutter ihren Kleiderschrank auszusortieren. Ihr begehbarer Kleiderschrank ist voller Kleider und Schuhen. Und die Kleider, die sich nicht mehr wollte, gab sie mir. Am Freitag fuhr mich meine Gastmutter zur Schule, weil sie sich als Ersatzlehrerin beworben hat. Anfangs fand ich es einwenig merkwürdig, aber eigentlich war es ganz und gar nicht schlimm. Ich ersparte mir sogar 30Minuten Fahrt mit dem Schulbus. 

Wochenende
Am Freitagabend gingen wir nach Fargo, um mit Freundinnen meiner Gastmutter essen zu gehen. Meine Gastmutter fand auf Facebook heraus, dass in einem Secondhandshop Winterausverkauf war und viele Sachen nur 2 Dollars sind. Also gingen wir zuerst dorthin und tatsächlich waren viele Kleidungsstücke nur 2 Dollars und teilweise waren es sogar Markenkleider. Ich kaufte etwa 8 Kleidungsstücke und eines davon war ein brandneuer Ralph Lauren Pullover. Nur für 2 Dollars. Danach trafen wir die Freundinnen und assen Mexikanisch, was voll lecker war. Die Freundinnen waren zwar alle 40+ Jahre, aber sie waren wirklich lustig. Der Abend erinnerte mich an meine Freundinnen in der Schweiz. Wie sehr ich nur hoffe, dass meine jetzigen Freunde auch meine Freunde in 20 Jahren sind. Schon in der ersten Schulwoche habe ich mir überlegt bei einem Schulclub mitzumachen. Meine Foods-Lehrerin ist die Lehrerin eines Schulclubs (FCCLA) und sie hat mir allgemein vom Club erzählt und ,dass es eine Reise nach Bloomington  gäbe und am Samstag würden wir Valentinstag Cookies backen, um Geld zu sammeln. Also ging ich am Samstagmorgen dorthin und am Mittag traf ich mich mit Freunden und wir assen im Subway. Das war mein erstes Treffen mit amerikanischen Freunden ausserhalb der Schule, was ich sehr schön fand. Zudem erzählten sie mir einiges über Schule und Schülern und jetzt fühle ich mich nicht mehr so ahnungslos. Nach dem Treffen holte mich meine Gasteltern ab und wir fuhren nach Hause. Sie brachten eine riesige Kiste voller Kleider mit nach Hause. Die Kleider gehörten der Tochter von einer Freundin meines Gastvaters und all diese Kleider gingen ihr nicht mehr oder sie mochte sie nicht mehr. Also bekam ich noch mehr Kleider, wofür ich sehr dankbar bin. Ich bekam sogar einen offiziellen Schulpullover! Am Sonntag fand das grösste Footballspiel des Jahres statt. Super Bowl. Natürlich gehört Junk Food dazu. Chips und Dips, Cheese Rolls und Frühlingsrollen. Alles aus der Packung. Es spielten die Patriots und Falcons und ich war für die Falcons, nur weil sie rot angezogen waren. Am Anfang lief es super, aber nach der Halbzeit (Lady Gaga traf auf), holte das andere Team auf. Also gab es eine Überzeit von 15Minuten.
Fakt: Das war das erste Mal, dass es eine Überzeit im Super Bowl gab. Und schlussendlich gewannen tatsächlich die Patriots. Ehrlich gesagt, fand ich es nicht wirklich spannend. Das Spiel bestand mehr aus Werbevideos, als aus Football. Schlussendlch war mir egal, wer gewinnt. Ich wollte nur schlafengehen. 
 

Samstag, 4. Februar 2017

Woche #1

Woche #1


Samstag
Jetlag. Ich stand um vier Uhr morgens auf, schlief um sechs Uhr wieder ein und stand um 10 wieder auf. Da meine Gasteltern eine lokale Zeitungsfirma besitzen, ging ich mit meiner Gastmutter zu einem Schiessunterricht für Frauen, um darüber zu berrichten. Der Kurs wurde von einem Polizisten geleitet. Teilweise war es ein wenig langweilig, da er vor allem die offentsichlichen Sachen erläutert hatte, aber es gab auch gewisse spannende Sachen. Allgemein fand ich es spannend, was Amerikaner von Waffen halten. Auch erwähnenswert ist die Tatsache, dass praktisch jeder zweite Amerikaner eine Waffe täglich mitsichträgt. 

Sonntag
Am Sonntag gab es ein Treffen in Detroit Mountain für alle Austauschschüler+ Local Rep aus der Region. Dies verlief ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. Als wir dort ankamen, begrüsste uns der Local Rep nicht einmal. Der Raum war offen für alle und der Local Rep hat uns niemandem vorgestellt bis mein Gastvater sie darum gebeten hat. Also habe ich 2 Austauschschüler kennengelernt. Einer aus Deutschland und einer aus Taiwan. Nachdem der Local Rep mir die Grundregeln zum 10. aufgezählt hat, konnten wir dann Schlitteln gehen mit einem Luftreifen. Wäre dies nicht gewesen und hätte ich die Jungs nicht kennengelernt, wäre der Tag wohl eine Zeitverschwendung gewesen. Am Abend trafen wir die Tochter meines Gastvaters. Sie und ihr Freund haben gerade einen Welpen adoptiert, der unglaublich süss ist. Lustig war, dass sie sich wie neue Eltern verhalten haben. Aber sie waren super nett. 

Erste Schulwoche:
Der erster Schultag war eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit. Zum Glück wurde ich montags und dienstags von meiner Gastmutter gefahren. Fangen wir mal mit Montag an: Als allererstes gingen wir zum Sekretariat, um die School Counselor zu treffen, damit wir meinen Stundenplan erstellen konnten. Sie war aber nicht hier, also mussten wir das telefonisch machen, was ein wenig umständlich war. Aber zumindest konnte ich meinen Stundenplan planen:
• Trigonometry
• Foods
• English
• Art
• Psychology                        Study Hall
• American History
• Philosophy                        Biology
• Chemistry
Danach bekam ich eine Rundschau und meinen Locker von der Sektretärin. Ich erkannte sofort die Schweizer Flagge in der Cafeteria, die sie extra für mich aufgehängt haben. Sehr lieb. Insgesamt muss ich sagen, dass ich ein wenig überfordert war am ersten Schultag. Ich dachte, es wäre leichter Freundschaften zu schliessen. Aber die Tatsache, dass alle sich bereits kennen und ich erst im Winter ankam, macht alles noch schwieriger. Auch das Essen in der Schule bereitete mir Mühe, weil ich kein Fleisch esse. Nach drei Tagen habe ich meinen Stundenplan gewechselt, da der Psychologie/Philosophy Lehrer viel zu schnell sprach und zu viele Hausaufgaben gab, sodass ich gar keine Freizeit mehr hatte. Zudem fuhr ich zum ersten Mal mit einem Schulbus zur Schule. Die Fahrt dauert ca. 45Minuten, da er überall halten muss. Eigentlich habe ich Glück, weil der Bus kleiner ist und somit die Sitze einwenig bequemer sind. Ausserdem kann ich währenddessen meine Blogeinträge schreiben und den Sonnenaufgang beobachten. Donnerstag Abend, traf ich dann den jüngsten Sohn und wir assen gemeinsam in einem Restaurant in Fargo. 

Wochenende
Am Freitag Abend gingen wir zu einem gratis Festival in Downtown Fargo. Es gab S'mores, Pferdereiten und die Band Trip Wire trat auf. Mir gefiel es sehr, die Band ist sehr talentiert. Nur schon der Hauptsänger konnte 5 Instrumente spielen. Leider war es viel zu kalt, um Pferdereiten zu gehen. Ansonsten fand ich es super! 
Am Samstag luden wir alle Verwandten vom meinem Gastvater ein. Insgesamt waren es etwa 13 Leute. Obwohl ich mich teilweise ein wenig ausgelassen fühlte, da sie über Menschen redeten, die ich nicht kannte, aber ansonsten waren alle super lieb zu mir. Ich lernte seiner Schwägerin, Beverly, kennen, die gerade um die Ecke wohnt. Am Abend gingen wir dann zur Nichte meines Gastvaters und assen gemeinsam Abend. Danach spielte ich Ping Pong mit ihrem 10-jährigen Sohn, während die Erwachsenen etwas tranken. 

Mittwoch, 1. Februar 2017

Abschied, Flug, Umsteigen und Ankunft

Freitag, 20. Januar, 12:15.

Abflug
Die Gefühle, die in mir steckten, sind unbeschreiblich. Eine Art Mischung aus Fröhlichkeit, Traurigkeit, Nervosität, Unsicherheit wie auch Begeisterung. Die Fahrt zum Flughafen, war definitiv nicht angenehm. Alles war still. Mein Kopf hingegen, war voller Gedanken. Wie wird das Umsteigen in Chicago? Wie begrüsse ich meine Gastfamilie? Was, wenn der Flug sich verspätet?
Aber eine Frage beschäftigte mich am meisten: Was mache ich nur ohne meine Familie? Schaffe ich das überhaupt?
Der Abschied fiel mir ganz und gar nicht leicht. Meine Eltern, meine ältere Schwester und meine Freundin begleiteten mich zum Flughafen in Zürich. Am Automaten konnte ich einchecken und meinen Sitz für den Flug aussuchen. Nach der Koffer-Abgabe, war die Stimmung erst richtig angespannt. Wir alle wussten, was als Nächstes kommen würde. Erst in solchen Momenten, realisiert man, wie sehr man von seiner Familie abhängt. Erst dann realisiert man, dass die Familie wichtiger ist, als man denkt. Einige Tränen flossen.Trotzdem bereue ich es nicht. Denn ohne diesen Austausch, hätte ich dies wohl nie wahrgenommen.

Flug
Nach den Sicherheitskontrollen, war es dann soweit. Ich war komplett auf mich alleine gestellt. Ganz alleine im Swiss-Flugzeug nach Chicago. Umgeben von Wolken. Ich bin noch nie alleine geflogen. Ich würde lügen, wenn ich sage würde, dass ich nicht verängstigt war. Es gab kein Zurück mehr. Nur noch zehn Stunden bis ich in Chicago landen würde. Ich konnte jedoch nicht einschlafen, da das Flugzeug um zwölf Uhr mittags startete. Aber gleichzeitig war ich zu müde, um Filme zu schauen. Also blieb ich die ganzen zehn Stunden halb-wach und wartete geduldig auf das Essen. Es gab ein grösseren Snack und eine Mahlzeit (wurde vom Hiltl Restaurant vorbereitet) und zwischendurch boten sie immer wieder etwas zu Trinken an. Der Snack gefiel mir besonders, es gab einen indischen Hot Wrap.
Zudem geschah etwas Aufregendes. Zumindest für mich war es eine grosse Überraschung. Da in Davos das Wirtschaftsforum erst gerade vor Kurzem stattfand, befanden sich einige Senatoren auf dem gleichen Flugzeug. Leider habe ich sie nicht gesehen, aber ich würde sie sowieso nicht erkennen. Nur die Tatsache, dass sie dort waren, macht es irgendwie aufregend.
Nicht zu vergessen ist: Donald Trump wurde an diesem Tag offiziell Präsident.
(Ob das gut ist oder schlecht, soll jeder für sich entscheiden)





Umsteigen in Chicago
Nach zehn Stunden bin ich endlich in Chicago angekommen. Alleine, verwirrt und verunsichert. Aber eigentlich war es gar nicht schlimm. Man sollte einfach immer fragen, wenn man nicht weiss, wohin man gehen muss. Obwohl die Zöllner oder Polizisten nicht wirklich nett sind, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Meine Wartezeit dauerte etwa 3.5 Stunden. Ein Tipp: Nimmt zur Sicherheit eine SIM-Karte mit, denn ohne die SIM-Karte kann es sein, dass das WLAN am Flughafen nicht funktioniert. Aber das gratis WLAN dauerte sowieso nur 30 Minuten. Währendessen habe ich meine Familie und meine Gastfamilie angerufen. Die anderen drei Stunden waren ziemlich langweilig.
Das Flugzeug nach Fargo war sehr klein. Es gab genau drei Sitze pro Reihe und insgesamt gab es etwa 16 Reihen. Ehrlich gesagt, sah das Flugzeug ein wenig unsicher und veraltet aus. Das Flugzeug flog um 19:00 ab, d.h. zwei Uhr morgens in der Schweiz. Deshalb schlief ich auch den ganzen Flug durch.

Ankunft
Um 21:00 war es dann soweit. Die Nervosität stieg. Der Flughafen in Fargo ist sehr klein. Nach nur zwanzig Meter sah ich bereits meine Gastfamilie mit einem "Welcome Beverly"- Plakat. Ich freute mich sehr. Nur wäre es schön gewesen, hätte ich mich noch ein wenig aufpeppen können, da ich ja die ganze Zeit geschlafen habe. Nichtsdestotrotz war ich glücklich. Auf der Fahrt Nachhause, übermannt mich die Müdigkeit und Nervosität. Soll ich was sagen oder einfach nur still bleiben? Über was soll ich reden? Aber zum Glück, waren meine Gasteltern sehr verständnisvoll und sagten, ich solle mich ausruhen und für den Rest, gäbe es genug Zeit.