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Samstag, 28. Januar 2017

Meine Vorbereitungen #2

Vorbereitungsseminar
Im November ging dann die Vorbereitung erst richtig los. Am 19. und 20. November fand das Vorbereitungsseminar in einer Jugendherberge in Zürich statt, welches für alle künftige Austauschschüler obligatorisch war. Insgesamt waren etwa zwanzig Austauschschüler aus den verschiedensten Kantone (4 kamen sogar aus Lichtenstein) am Vorbereitungsseminar beteiligt. Anfangs war es sehr ungemütlich, denn niemand traute sich etwas zu sagen und die Stille im Raum war sehr quälend. Dies bedrückte mich sehr, weil mir bewusst war, dass ich während meines Austausches in einer ähnlichen Situation sein werde. Aber mit der Zeit wurde die Atmosphäre angenehmer, Gespräche sind entstanden und man lernte andere Menschen kennen, die in der selben Situation stecken. Wie der Name bereits sagt, sollte uns dieses Wochenende auf den Austausch vorbereiten. Das Seminar wurde von vier ehemaligen Austauschschülern geleitet, die uns auch von ihrem Austausch erzählt hatten und uns Ratschläge für unseren Austausch gaben. Das Vorbereitungsseminar war, meiner Meinung nach sehr hilfreich, weil nicht alles einfach theoretisch erklärt wurde, sondern jede Situation, in der wir uns während des Austausches befinden könnten, in einer spielerischen Art erklärt wurde und jede Situation mit einem Beispiel erläutert wurde. Beispielsweise haben wir am Anfang einen Fragebogen ausgefüllt, welcher den Charakter einer anderen Person beschreiben soll, obschon wir die andere Person noch gar nicht kannten. Dies soll uns zeigen, dass erste Eindrücke nicht immer der Realität entsprechen.
Was ich auch erwähnen muss, ist das Essen in der Jugendherberge. Insgesamt gab es drei Mahlzeiten: 1x Nacht-, 1x Mittag- und 1x Morgenessen und das Essen war fantastisch. Die Portionen waren sehr gross und es gab immer eine Alternative für Vegetarier. Also das Essen war sicher ein Highlight am Wochenende.

Visum
Etwas, was mich in den Wahnsinn trieb, war die Online-Application des Visums. Einerseits musste man unzählige sinnlose Fragen beantworten und andererseits musste man ein Passfoto hochladen, welches mit bestimmten Vorschriften übereinstimmen musste. Deshalb habe ich Fotos im Automaten gemacht und habe 10 Franken dafür bezahlt, damit die Qualität des Fotos auch gut genug ist. Aber als ich das Foto hochgeladen habe, wurde es nicht angenommen. Ich dachte, es läge am Format des Fotos, weil Schweizer Passfotos ein wenig kleiner sind als amerikanische. Demzufolge bin ich nochmals zum Automaten und habe ein weiteres Mal 10 Franken bezahlt, um ein Foto im richtigen Format zu machen. Aber auch dieses Foto wurde nicht angenommen! Also habe ich einfach die Kamera von Zuhause genommen und meine Mutter gebeten, ein Foto zu machen und voilà, das Foto wurde angenommen. Vielleicht lag es an unserem Scanner, aber ich empfehle euch die Fotos selber zu machen. Dann erspart ihr euch den Weg zu einem Fotoautomaten wie auch die Kosten für die Fotos. Als ich nun die online-Application abschicken konnte, musste ich zwei Tage warten, um einen Termin zur amerikanischen Botschaft zu vereinbaren.
Die amerikanische Botschaft der Schweiz befindet sich in Bern. Glücklicherweise konnte ich bei meiner Tante übernachten, die in Bern wohnt, denn es gab nur Termine am Morgen. Zuerst war ich ein wenig beängstigt, weil ich gehört habe, dass die Arbeiter in der Botschaft teilweise sehr unfreundlich sind, aber das war bei mir ganz und gar nicht der Fall. Sie waren super lieb und mein Visum ist zwei Tage später eingetroffen.

Geschenke
Da ich meine Gastfamilie eigentlich noch gar nicht richtig kenne, kann ich auch nicht wirklich einschätzen, was ihnen gefallen würde. Vor allem wusste ich auch nicht für wen ich Etwas mitbringen sollte. Mein Gastvater hat nämlich nicht nur vier Kinder, sondern sogar schon drei Enkel. Für meine Gastgeschwister habe ich jeweils eine Schweizer Schokoladenpackung und einen Kalender gekauft, für meinen Gastvater ein Schweizer Taschenmesser und für meine Gastmutter ein Schweizer Kochbuch (Cooking in Switzerland) in Englisch.

Freitag, 13. Januar 2017

Meine Platzierung

Die Ruhezeit, die ich bereits in meinem letzten Post erwähnt habe, dauerte bis zum Zeitpunkt, als ich meine Gastfamilie bekommen hatte. Seit der Abgabe der Online-Application, habe ich täglich meine Mails abgerufen und die Post geholt in der Hoffnung, dass eine Familie mich ausgesucht hat. In den Herbstferien habe ich dann die langersehnte Post erhalten. Erst in diesem Augenblick habe ich wahrlich realisiert, dass mein Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. In dem Moment, als ich den Brief geöffnet hatte, pochte mein Herz wie wild. Dieser Moment war einer der aufregendsten Momente meines Lebens. Im Brief befand sich einerseits eine Landkarte mit dem zukünftigen Wohnort gekennzeichnet und andererseits ein Formular mit den Namen meiner Gastfamilie. 

Mein Gast-Staat:
Ich habe mich bewusst gegen das Programm mit Staatenwahl entschieden, denn 2'000 Franken nur um einen Staat zu wählen, ist meiner Meinung nach, reine Geldverschwendung. In jedem Staat gibt es ländliche Gebiete wie auch Städte. Klar gibt es gewisse Staaten, die mir sympathischer vorkommen als andere, aber trotzdem denke ich, dass der Austausch in jedem Staat Spass macht, wenn man die richtige Einstellung hat. Obwohl ich kaum etwas über Minnesota weiss, bin ich sehr glücklich mit meiner Platzierung. Die Landschaft sieht wunderschön aus und obwohl ich in einem extrem kleinen Dörfchen mit gerade mal 300 Einwohnern platziert wurde, bin ich nur etwa 30 Meilen von Fargo (grösste Stadt von North Dakota) entfernt. Das heisst, die nächste Stadt ist nicht allzu weit entfernt. Das Einzige, was mich ein wenig beunruhigt, ist das Klima. Im Winter kann es nämlich bis zu -25 Grad werden.





Meine Gastfamilie:
Meine Gastfamilie besteht aus einem unverheirateten Paar. Beide sind um die 50 Jahre alt und mein Gastvater hat 4 Kinder (eine Tochter und drei Söhne) aus ehemaligen Ehen, die aber alle bereits volljährig sind und drei von vier sind bereits ausgezogen. Auch mit der Familie bin ich äusserst zufrieden. Ich habe ihnen einen Tag später eine Mail geschrieben und innerhalb von wenigen Stunden schon eine Antwort erhalten. Dies führte zu weiteren Mails bis wir unsere Telefonnummern ausgetauscht haben. Jetzt schreiben wir uns wöchentlich und haben bereits gemeinsam telefoniert. Die Familie macht einen sehr liebenswürdigen und sympathischen Eindruck. Leider habe ich eigentlich nur Kontakt mit meiner Gastmutter, was ich ein wenig schade finde.