Die Woche hätte nicht besser beginnen können. Kein Wunder, ist Montag der meistgehasster Tag. Als ich hungrig aufwachte, schaute ich auf den Wecker und erwartete, dass es etwa drei Uhr morgens wäre. Aber der Wecker zeigte 6.40 Uhr an. Also war ich ziemlich im Schock und beeilte mich mit dem Ankleiden, Gesichtwaschen und Schminken. Danach wollte ich mir wie täglich einen Kaffee machen. Oh, wie sehr mich nur der Pech liebt. Die Kaffeemaschine funktionierte natürlich nicht. Obwohl ich wüsste, wie man sie repariert, hatte ich keine Zeit für das. Also ass ich meine Banane und wartete auf den Schulbus. Glücklicherweise verlief der Rest des Tages ganz normal. Meine Gastmutter holte mich von der Schule ab, da sie gerade in der Stadt war. Wir kauften ein paar Sachen ein und gingen nach Hause. Danach ging ich zur Bibliothek, reservierte ein Buch und ging zum Büro meines Gastvaters. Ich sortierte seine alten Zeitungen chronologisch. Am Abend schauten wir Bachelor und danach The Voice. Am Dienstagabend musste ich mit meiner Rezession über "Where the Red Fern Grows" beginnen, die ich am Donnerstag abgeben muss. Ich dachte, ich hätte mehr als genug Zeit, aber meine Gastmutter erzählte mir von ihren Plänen am Mittwoch und es sieht so aus, als hätte ich gar keine Zeit mehr. Um acht Uhr hielt Donald Trump eine einstündige Rede, die ich nicht verpassen konnte. Danach war ich zu müde, um noch daran zu arbeiten. Am Mittwoch gingen wir nach Bejou, ein kleine Stadt mit circa 92 Einwohner. Meine Gastmutter's ehemaliger Schulkamerad besitzt dort ein Mechanikgeschäft und möchte in der Märzzeitung Werbung machen. Kaum zu glauben, dass er erfolgreich ist, in dieser kleinen Stadt.
Er erfüllte den American Dream. Aber er wirkte arrogant auf mich. Wir waren etwa eine Stunde dort und eine Angestellte zeigte uns alle Angebote, die sie zur Zeit haben und in der Zeitung sehen wollen. Danach schlug meine Gastmutter vor ins Casino, Shooting Stars, zu gehen. Da es ihr Geburtstagsmonat ist, erhielt sie gratis 20 Dollars. Zuerst war ich richtig nervös, da man eigentlich 18 sein müsste. Aber die Polizisten am Eingang hatten wohl das Gefühl, dass ich bereits volljährig bin. All diese Lichter und Spielmaschinen erinnerten mich sehr an Las Vegas. Obwohl alles voll cool war, wunderte ich mich, wieso Menschen so viel Zeit und Geld in Casinos investieren. Wir holten uns ein gratis Getränk und meine Gastmutter zeigte mir ihr Lieblingsspiel. Sie spielte $1.50 pro Runde. Ich merkte sofort, dass sie Erfahrungen hat. Das Spiel war zwar spannend, aber die Reaktionen meiner Gastmutter machten alles zehnmal besser. Und obwohl ich es ganz und gar nicht erwartet hatte, gewann sie sogar $100! Wäre ich nicht dort gewesen, hätte meine Gastmutter mit Sicherheit weitergespielt. Auf dem Weg nach Hause sahen wir zum zweiten Mal einen Adler. Ich schätze mal, dass der Adler ein Nest in der Nähe hat, da wir ihn genau am gleichen Ort fanden wie letztes Mal. Danach waren wir vertieft in einem Gespräch, als plötzlich ein Mann im Dunkeln am Strassenrand stand. Wären wir ein Zentimeter näher am Rand gefahren, hätten wir ihn wahrscheinlich überfahren. Meine Gastmutter stand unter hohem Schock und rufte den Sheriff an. Was später geschah, erfuhren wir nicht. Da meine Gastmutter gerade $100 gewonnen hatte und keine Lust zum Kochen hatte, gingen wir in West Maine und bestellten Essen. Wir brachten das Essen nach Hause und spät am Abend sprachen wir über unsere Reise nach Arizona bzw. Nevada. Meine Gastmutter fragte mich etwa vor einem Monat, ob ich einen Reisewunsch hätte. Meine Antwort lautete: New York. Aber New York war viel zu teuer. Also schlug mein Gastvater Arizona vor, denn von dort aus kann man mit dem Auto auch nach Las Vegas fahren. Also suchten wir nach billigen Flüge und buchten sie gleich nachdem wir welche gefunden haben. Das war etwa um 11 Uhr abends. Am Donnerstag kochten wir zum ersten Mal in der Foods-Klasse. Jede Gruppe hatte ein anderes Gericht und meine Gruppe kochte Hühnchen mit Korriander. Nach der Schule fuhren wir gleich zum Büro. Etwa um 4 Uhr rufte dann eine Frau an, die neben dem Altersheim wohnt und fragte mich, ob ich ihr helfen könne, Nahrungsmittel vom einen Raum zum anderen Raum in der Kirche zu transportieren. Obwohl ich sehr müde war, half ich ihr. Ehrlich gesagt, habe ich nicht viel erwartet, denn normalerweise erledigt sie die Arbeit alleine und sie ist bereits 70+ Jahre alt. Aber als ich dort ankam, merkte ich, dass es mindestens eine Stunde dauern würde. Wir mussten alle Lebensmittel transportieren, wiegen und verräumen. Die Frau ist zwar nett, aber sehr detailliert. Alles musste perfekt sein, was mich teilweise ein wenig genervt hat. Nach etwa 1.5 Stunden waren wir fertig und sie fuhr mich nach Hause (Nicht sicher, ob man 70-Jährige noch hinter dem Lenkrad sehen sollte). Nach dem Abendessen, ging ich duschen und schlief sofort ein. Ich war so müde. Wahrscheinlich weil wir am Mittwoch bis Mitternacht wach blieben.
Wochenende
Am Freitagnachmittag kam mein Gastbruder, der nach California zieht, nach Hause. Da wir keine Lebensmittel mehr hatten, gingen wir ins Nachbarsdorf und kauften die Sachen ein, die wir auch tatsächlich für das Nachtessen brauchen, denn der Laden ist verglichen zu anderen sehr teuer! Meine Gastmutter fand ein Rezept für Gemüserollen. Eigentlich war es sehr simpel, aber das Rollen fiel und schwer, da wir auch keinen Roller hatten. Aber dafür schmeckte es richtig gut. Samstag war ein grosser Tag! Die Bar in meinem Dorf feierte ihre Eröffnung! Die ehemaligen Besitzer gingen pleite und mussten nach Fargo ziehen. Nach einem Jahr ist die Bar endlich wieder eröffnet! Meine Gastmutter erzählte mir, dass die neuen Besitzer sehr hart gearbeitet haben und viel Kredit aufnehmen mussten, damit sie die Bar eröffnen konnten. Vor allem gaben sie Gas, weil mein Gastbruder seine Abschiedsparty am Samstag dort feiern wollte. Also big day in a small town. Jedenfalls mussten wir am Samstag wirklich einkaufen gehen, weil meine Gastschwester mit ihrem Freund auch kommen würden. Wir fuhren nach Fargo und meine Gastmutter kaufte Kleider ein und ging ins Solarium für zehn Minuten. Zum Mittagessen assen wir Burritos in Taco John's. Der Angestellter hatte wohl ein schlechter Tag, denn er vergass einerseits meinen Burrito zu bestellen (also bekam ich ihn gratis) und andererseits vergass er unsere Getränke. Aber als wir das Essen bekamen, genoss ich es sehr. Vor allem den Käse-dip. Danach gingen wir den Walmart und kauften Lebensmittel ein. Wir beeilten uns nach Hause, damit wir die Bar sehen konnten. Als wir dort ankamen, bestellten wir was zu trinken und natürlich war ich die einzige, die unter 21 bin und Cola trank. Aber wir hatten eine gute Zeit und unterhielten uns mit Freunden. Nach etwa einer Stunde gingen wir nach Hause und bereiteten das Abendessen vor. Meine Gastschwester, ihr Freund und ihr Hund kamen und wir assen gemeinsam. Weil ich unter 21 Jahre bin, ging ich nicht zur Abschiedsparty, sondern passte auf das Kind meiner Gastcousine auf. Er ist neun Jahre alt und ein sehr braver Junge. Wir spielten Wii, Ping Pong und Brettspiele zusammen. Erstaunlicherweise kamen die Eltern bereits um zehn Uhr wieder nach Hause. Sie waren sehr erschöpft von der Woche und kamen deshalb früher zurück. Als ich nach Hause kam, sah ich, dass Coby, der Hund meiner Gastschwester, gepinkelt hat. Ich putzte es auf und nach zehn Minuten kam ihr Freund und später auch meine Gastschwester nach Hause. Wir unterhielten uns und nach etwa einer halben Stunde gingen sie zurück zur Bar und ich ging ins Bett. Am Sonntag geschah nicht viel. Wir tranken gemeinsam Kaffee und am Mittag gingen meine Gastschwester und ihr Freund nach Hause. Am Nachmittag schauten wir einen Film und gingen spazieren, da das Wetter sehr angenehm war. Am Abend gingen meine Gasteltern ins Casino (war wohl keine gute Idee) und ich blieb alleine zu Hause.
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