Die Ruhezeit, die ich bereits in meinem letzten Post erwähnt habe, dauerte bis zum Zeitpunkt, als ich meine Gastfamilie bekommen hatte. Seit der Abgabe der Online-Application, habe ich täglich meine Mails abgerufen und die Post geholt in der Hoffnung, dass eine Familie mich ausgesucht hat. In den Herbstferien habe ich dann die langersehnte Post erhalten. Erst in diesem Augenblick habe ich wahrlich realisiert, dass mein Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. In dem Moment, als ich den Brief geöffnet hatte, pochte mein Herz wie wild. Dieser Moment war einer der aufregendsten Momente meines Lebens. Im Brief befand sich einerseits eine Landkarte mit dem zukünftigen Wohnort gekennzeichnet und andererseits ein Formular mit den Namen meiner Gastfamilie.
Mein Gast-Staat:
Ich habe mich bewusst gegen das Programm mit Staatenwahl entschieden, denn 2'000 Franken nur um einen Staat zu wählen, ist meiner Meinung nach, reine Geldverschwendung. In jedem Staat gibt es ländliche Gebiete wie auch Städte. Klar gibt es gewisse Staaten, die mir sympathischer vorkommen als andere, aber trotzdem denke ich, dass der Austausch in jedem Staat Spass macht, wenn man die richtige Einstellung hat. Obwohl ich kaum etwas über Minnesota weiss, bin ich sehr glücklich mit meiner Platzierung. Die Landschaft sieht wunderschön aus und obwohl ich in einem extrem kleinen Dörfchen mit gerade mal 300 Einwohnern platziert wurde, bin ich nur etwa 30 Meilen von Fargo (grösste Stadt von North Dakota) entfernt. Das heisst, die nächste Stadt ist nicht allzu weit entfernt. Das Einzige, was mich ein wenig beunruhigt, ist das Klima. Im Winter kann es nämlich bis zu -25 Grad werden.
Meine Gastfamilie:
Meine Gastfamilie besteht aus einem unverheirateten Paar. Beide sind um die 50 Jahre alt und mein Gastvater hat 4 Kinder (eine Tochter und drei Söhne) aus ehemaligen Ehen, die aber alle bereits volljährig sind und drei von vier sind bereits ausgezogen. Auch mit der Familie bin ich äusserst zufrieden. Ich habe ihnen einen Tag später eine Mail geschrieben und innerhalb von wenigen Stunden schon eine Antwort erhalten. Dies führte zu weiteren Mails bis wir unsere Telefonnummern ausgetauscht haben. Jetzt schreiben wir uns wöchentlich und haben bereits gemeinsam telefoniert. Die Familie macht einen sehr liebenswürdigen und sympathischen Eindruck. Leider habe ich eigentlich nur Kontakt mit meiner Gastmutter, was ich ein wenig schade finde.


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